Samstag, 1. Dezember 2007

Samstag, 1. Dezember 2007

Ein langer Ausschlaf lässt diesen mal wieder grauen Tag in Beijing beginnen. Sun schreibt eine message mit der Frage, wie es mir ginge, denn er hat keine Zeit, sich mit mir zu treffen. Mir geht es ja an sich prima, und ich bedanke mich. Ich gehe mit Bus und Subway nach Xidan, wo ich in der Shoppinghölle zwischen Horden aufgeregt umherrennenden Kauflüstigen mit dem Strom mitlaufe. Ein Starbucks bietet sich an, und da ich den Laptop dabeihabe nehme ich mir die Zeit, e-mails zu schreiben und allerlei andere Sachen zu regeln. Da es schon recht spät wird, suche ich mir danach auf Anraten einer meiner Studentinnen etwas zu essen (“It is not healthy when late dinner”), und finde einen pfannkuchenartigen Loempia in einem Pflaster voll kleiner Stände, die Essen verkaufen, welches mit Gierde durch die vielen aufeinandergedrängten Gruppen verzehrt wird. Innendrinn, so stellt sich heraus, ist allerlei Gemüse, und die Pfannkuchenschale, die alles zusammenhält, war doch etwas härter als erwartet. Halb essend gilt es nun mit allen anderen Leuten eine grosse Strasse zu überqueren, was gar nicht so leicht ist wenn es keine Ampeln gibt aber dafür 4 Fahrbahnen pro Seite, auf denen sich hupend und brummend Busse und Autos einen Weg suchen. Irgendwie klappt es, und im nächsten Riesenkaufhaus wird wieder alles angeschaut, was nicht gekauft wird. Ich habe eigentlich nicht so viel Lust auf Anschauen und nehme mir vor, in Wangfujing einen Termin beim berühmten Haarstylistensalon “Toni & Guy” zu machen. Ich reise dorthin, und nach einigem Suchen und Fragen finde ich den Salon auf der ‘Sky Avenue’. Er ist kurz vorm Zumachen, aber ich wollte ja auch nur eine Reservierung machen. Ich entschliesse mich für einen ‘Creative Stylist’, der mich morgen nachmittag mal so richtig kreativ schneiden und stylisieren darf und spreche die Zeit ab. Ich bin gespannt.

Die Rückreise gelingt planmäßig perfekt, und ich erwische ohne Mühe in Fuchengmen meinen letzten Bus um 22:00. Und das nur, weil das Taxi warscheinlich 3 Euro kosten wird anstatt den 30 cent für Subway und Bus! Aber wer den Chinacent nicht ehrt, ist des Yuan schon gar nicht wert. Zuhause stellt sich heraus, dass die Klospülung nicht mehr funktioniert, denn eine mechanische Verbindung zwischen Hebel und Stöpsel ist gerissen. Vielleicht liegt der Grund im verbissenen Herunterspülen der toten Kackerlacken, wer weiss. Auf jeden Fall muss das Problem gelöst werden, bevor es eines wird, und mit ingenieurtechnischer Vernunft wird das ganze bereinigt. Ich verschlinge noch die gerade erworbenen Muffins und versinke in meiner noch immer nicht ersetzten, zu weichen Matratze zum Schlafen.

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