Freitag, 30. November 2007

Freitag, 30 November 2007

Liu Yi schreibt eine sms, dass die Komponisten des Stückes, das wir vor ein paar Tagen aufgenommen haben, sehr zufrieden ist. Alle wollen sich bei mir bedanken. Es folgt eine Einladung, denn Lius Teacher Qin möchte sich persönlich bei mir bedanken und mit mir über recording und mixing reden. Leider ist das zeitlich nicht so geschickt, und ich biete ein anderes Mal an. Mittagessen ist heute Brot bzw. etwas was diesem ähnlich sieht, denn das chinesische Essen gestern war nicht so gut bekommen und die Bedienung zum ersten Mal sehr unfreundlich.

Cao Meng kommt vorbei, um mit mir die Studios der People Education Press anzuschauen, wo er und einer seiner Freunde in der Abteilung Audio & Viual arbeiten. Wir nehmen ein Taxi, jedoch beichtet uns der Taxifahrer nach 100m fahren, dass er unfassbar nötig aufs Klo muss, deswegen wechselnd wir das Transportmittel. Der nächste Fahrer war woll schon gewesen, und so kommen wir gut an. Die Studios stehen voll mit überteuerten Geräten, wie z.B. ein digitales Mischsystem mit Marktwert von ein paar hunderttausend Euro, welches für einfache Instrumentalaufnahmen verwendet wird. Daneben finden sich mehrere Musik- und Videonachbearbeitungsstudios, sowie ein komplett mit Greenscreen ausgestattetes Videostudio. Der deutlich equipmentgeile Freund Caos liest mir mit Freude alle Typennamen der Geräte vor, an denen wir vorbeilaufen, und die mir schon längst bekannt sind. Die englischen Personalpronomen werden nicht immer korrekt eingesetzt, und so sind Dialoge wie “He is famous movie-star. And he is a woman!” keine Seltenheit.

Nach all dem technischen Geblabel ist es Zeit, essen zu gehen. Ich werde durch eine wohl “famous” Strasse geführt, in der sich viele gute Restaurants befinden sollen. Wir steigen ab in den Keller eines Gebäudes und setzen uns nieder an den Tisch eines Restaurants, wessen Küche wiederum aus einer Provinz Chinas ist von der ich noch nie gehört habe, und wessen Name inzwischen auch wieder vergessen ist. Das Essen jedoch ist äußerst gut, und ich freue mich über die Wahl des Freundes von Cao, denn alle Gerichte reizen neue Geschmacksrezeptoren meines Gaumens. Im Gegensatz zu den Pig-ears und Schweineeileitern sind diese Gerichte jedoch vorzüglich. Ich schlage vor, dass wir nächstes mal wieder essen gehen, aber dann muss Cao seine Freundin mitnehmen, und sein Freund Tang Wei (eine ihn sehr ansprechende Schauspielerin) während ich mich mit Zhiyi Zang zufrieden geben werde. Ich erreiche Zustimmung, und da sich herausstellt, dass Caos Freund eine koreanische Schauspielern noch besser gefällt, tausche ich Zhiyi gegen Tang ein, und so ist jeder zufrieden. Wir beenden das ganze und nachdem der erst Taxifahrer nicht weiss, wo die Zeng Guang Lu ist – und ich ihn ja auch nicht führen kann – wird auf ein anderes Taxi ausgewichen, welches mich sicher nach Hause fährt.

Donnerstag, 29. November 2007

Donnerstag, 29. November 2007

They say, you come to China and understand a lot in a few minutes. The rest has got to be lived. They say, whatever it was that you are looking for, you will find it here. They also say, never rent an appartement near a building site, because they will drill all night through.

Mittwoch, 28. November 2007

Mittwoch, 28. November 2007

Pünktlich um 7:00 klingelt der Wecker, und bevor ich mich versehe fahren Sun, der Bassist und ich schon wieder zum Studio, denn mittwochs wird Unterricht gegeben. Es gibt keine Parkplatzvorfälle mehr, denn zum Glück habe alle Studenten verstanden, dass sie nicht mehr auf dem Gelände parken sollen. Der Unterricht verläuft gut, denn ich bin vorbereitet und erfreue die Gruppen mit dem Hören eigener Aufnahmen, jedoch das Analysieren dieser fällt ihnen etwas schwerer. Die Gruppen sind wohl zufrieden, und ich bin es auch. Sun meint, “today is much better than last time”.

Ein Freund von Cao Meng zeigt mir sein Erhu und ich lerne einiges über dieses chinesische Streichinstrument. Danach hören wir uns eine Aufnahme von Jared Sacks an, die er in Beijing gemacht hat, und finden alle inklusive Frau Yang, dass es nicht so gut klingt. Wir beenden das ganze und ich nehme ein Taxi nach Wangfujing, denn ich will im starbucks mit dem Laptop internetten. Dies gelingt erstaunlicherweise, und danach zische ich heimwärts. Inzwischen habe ich mit Timmy abgesprochen, den Abend mit Bier zu verbringen, und wir treffen uns an der Universität, West entrance. Erst zeigt er mir jedoch seine Wohnung, wo er mit seinen Eltern wohnt. Im riesigen Appartement hat er für sich ein Aufnahmestudio gebaut, und während wir uns dieses anschauen springt sein Hund mich erfreut und leckend an. Wir verlassen sein Haus und fahren nach Hou Hai, um dort etwas zu essen und danach Bier zu trinken. Nach einer Runde um den kleinen See, der zum eigentlichen führt, werden wir noch immer durch allerlei Werbeleute begleitet, die pflichtbeflissen “ladybar! ladybar!”, sowie “cheppy aua! cheppy aua! Tu drink wan foa frie!” rufen. Wir möchten nicht in die Ladybar und suchen uns eine ruhigere Bar aus, in der ein Pianist mit Baseballmütze aus dem Stehgreif heraus die unmöglichsten Akkordverbindungen daherzaubert. Der Name des Etablissements ist “Purple”, und ähnelt dem Namensvetter aus Leeuwarden sogar ein wenig. Wir unterhalten uns, nachdem ich für uns beide ein Erdinger Dunkel bestellt habe, und als dieses heruntergespült ist möchte Timmy eigentlich schon schlapp machen, aber ich überrede ihn zu einem weiteren Bier, diesmal jedoch nur ein Carlsberg. Nachdem er dieses und ich mein drittes getrunken habe, und wir nach Abschied des Pianistin noch einmal hinter dem verstimmten Flügel Platz genommen haben, gehen wir nach Hause.

Dienstag, 27. November 2007

Dienstag, 27. November 2007

Liu Yi wird mich heute zu einer Aufnahme mitnehmen. Vorher gehen wir aber natürlich erst mittagessen. Leider scheint ihr Unterricht danach nicht stattzufinden, denn ich hätte gerne gesehen, was sie denn so an die Studenten erzählt. Wir fahren darum zusammen mit einem Studenten aus dem dritten Studienjahr zum Studio, aber müssen natürlich erst über ein Militärgebiet umfahren, und für die letzten 100m in ein anderes Auto umsteigen, mit welchen wir vor dem von aussen unscheinbaren Studio halten. Ich schaue mich noch um, aber die erwarteten illegalen Bombenkoffer sind nicht da, und so treten wir in das Gebäude ein, in dem sich wieder mal ein äußerst kurioses Schauspiel entfaltet. Ich werde einigen skeptisch schauenden Leuten vorgestellt, und Liu sagt mit freundlicher Stimme, das alle sich freuen werden, heute von Teacher Fischer lernen zu dürfen, wie man den in Europa aufnimmt. Noch nicht ganz sicher, was damit gemeint ist, lächele ich kopfschüttelnd “Nein, danke!”, aber bevor ich mich versehe, muss Liu plötzlich weg um zu unterrichten, und ich stehe alleine in einem ziemlich grossen Studio mit chinesischen Trommeln und zwei erwartungsvollen Studioassistenten, die mit Mikrofonen in der Hand und grossen Augen auf Anweisungen warten. Ich beschliesse, einfach mal mitzumachen, und höre mir das Getrommele an und schlage Mikrofonpositionen vor. Nach kurzer Zeit ruft jemand “Quickly, time is money!!” und so werde ich in den Abhörraum zurückbegleitet. Das ganze wiederholt sich mit einem ganzen Streichorchester, Chor und allerlei chinesischen Instrumenten, die hintereinander im Hochgeschwindigkeitstempo aufgenommen werden. Man scheint meine Meinung immer noch wissen zu wollen, denn jedesmal schaut man mich an und fragt “sound good?”. Ich nicke zustimmend, und so schlagen wir uns durch den Tag, an dem Leute hin- und herrennen und Geldscheine ausgetauscht werden. In der Zwischenzeit redet Timmy, der Student aus dem 3. Jahr, unaufhörlich auf mich ein.

Nach einiger Zeit kommt Liu zum Glück wieder zurück, und meint, es klinge ja gut heute. Wir beenden dann das ganze rund 21:00, und fahren zum Studio des teachers von Liu, der übrigens auch noch zwischendurch Trompete eingespielt hat. Dieses, so stellt sich heraus, ist ein beeindruckender Umbau mehrerer durchgebrochener Wohnungen, und hier wird eifrig gemischt und geredet. Liu schüttet noch ein Glas Wasser über das Mischpult des zweiten Studios, und unsere Versuche, das Kratzen beim Bewegen des Masterfaders zu beseitigen, glücken leider nicht. Mixermanteacher von Liu ruft uns zum Anhören, nachdem ich eine Stunde lang dem auch aufgetauchten Studioassistenten, Liu und Timmy allerlei aufnahmetheoretische Erklärungen gegeben habe, die zu ihrem Erstaunen nicht übereinstimmen mit ihren Lehrbüchern. Teacher ist ganz glücklich, denn so einfach sei das Mischen noch nie gewesen, und auch der Studioassistent ist beeindruckt, denn er versteht immer noch nicht, warum er selber nie genug Bass hat, wenn er das Streichorchester aufnimmt. In einem kollektiven Glücksgefühl wird Fischer eingeladen zum Bier, und wir fahren alle zusammen ohne Sicherheitsgurt mit 160 km/h durch Beijing, setzen den Assisten Zuhause ab, und kommen bei einer Bar an, die man nur über einen Hinterhof erreicht.

Drinnen hat jemand beschlossen, die live-Band derartig laut auszuverstärken, dass einem die Ohren platzen, aber das scheint die anwesenden Zuhörer nicht davon abzuhalten, lächelnd ihre Gläser zu leeren und grinsend den Ausländer anzuschauen. Ich befürchte schlimmes, aber da Liu sich ihre Ohren zuhält, und ich begleitet von Blicken make-up-zugeschmierter Gesichter in einen ruhigeren Hinterraum geführt werde, wird alles wieder gut. Der sehr hübsche Raum hätte in der alten Zeit auch gut eine Opiumhöhle sein können, aber das Bier schmeckt gut, und das Gespräch entwickelt sich. Der Teacher von Liu will, dass ich in Zukunft öfter Mikrofone verschiebe, und so ist das Ziel des Tages erreicht. Wir einigen uns, dass ich eine Demo-CD erstelle, damit Kunden überzeugt werden können. Beim dritten Bier wundert sich die apathisch gewordene Gesellschaft über meine Energie, und ich freue mich, im einzigen Land der Welt zu sein, in dem ich die Einwohner wegtrinken kann. Gegen 2:00 werde ich Zuhause abgesetzt, und mit einer ausgestreckten Hand und zum Schütteln einladenden “Fischer!” wird Abschied genommen.

Montag, 26. November 2007

Montag, 26. November 2007

Sun kommt vorbei wegen ADSL. Natürlich will keiner, den wir anrufen, uns helfen. Die phone-company will noch immer die original ID-card des Wohnungsbesitzers, der housing agent weigert sich, diese zu geben, und das Haus-management spielt auch nicht mit. Anscheinend darf man einfach kein Internet Zuhause haben. Ich werde zum ersten Mal in China ein wenig böse – bisher habe ich noch nicht die für viele Ausländer üblichen Tiraden gehabt – und erzähle Sun, dass Terence und ich viel Geld bezahlt haben, und niemand meint, das sei ein Grund, dafür zu arbeiten.

Ich schlage vor, nachdem ich die Bosheit abrupt abbreche, essen zu gehen, und so traben wir zur Uni und bestellen bei der mehr als grinsenden Bedienung einige Gerichte. Danach lädt mich Sun ein, bei der Probe seiner Band zuzuschauen. Und dann doch die Frage an mich, was ich denn so finden würde von ihnen. Ich gebe meine ehrliche Meinung, und auf meinen Hinweis wird die Probenaufstellung durcheinandergewirbelt, alle stehen jetzt ordentlich im Kreis, können einander sehen und besser hören. Die äußerst hippen Freundinnen des Sängers und Bassisten nicken zustimmend: “much clearer!”. Es wird weiterhin unorganisiert und wahllos geprobt, und nachdem alle ausgelärmt sind wird eingepackt und nach Hause gegangen. Der Vorschlag, zusammen ein Bier trinken zu gehen, wird nicht beachtet. Und so endet ein weiterer Tag in Chinas nördlicher Metropole.

Samstag, 24. November 2007

Samstag, 24. November 2007

Heute mit Sun und Liu Yi zum Lunch getroffen. Es stellt sich heraus, das Liu gute Ideen hat bezüglich Unterrichten, die Universität ihr jedoch nicht viel hilft und sie, genau wie ich, selber das ein und andere organisieren muss und ausdenkt. Das Gespräch gibt mir einen besseren Eindruck von dem Studium und dem, was die Studenten bisher so gemacht haben. Nämlich wenig. Lius Fahrkünste sind etwas weniger berauschend, und so fahren Sun und ich ängstlich mit ihr im aufgemotzten Sport-Mazda ihres Teachers durch Beijing, um mich Zuhause abzusetzen.
Dort angekommen beschliesse ich die kurze Zeit, die noch übrig ist (Essen in China ist eine ernsthafte Sache), zu nutzen, um meine direkte Umgebung noch etwas besser zu erkunden. In einer Seitenstrasse findet sich alles mögliche, Marktstände, Minirestaurants, Frauen, die hinter Glastüren sitzen, aber auch ein grosses Institut für Chinesen, die Englisch lernen wollen. Kunterbunt sozusagen. Der Rundgang wird abgeschlossen durch einen Besuch beim Supermarkt, wo ich u.a. Verstärkung für die Fallen von Mr. Roach kaufe und einen Superspray, der jedes Insekt bei Berührung erstarren lässt. Ich will aber ein wenig warten, bevor ich diesen einsetze, da der Extermination Entormologist davor warnt, denn Sprays und ähnliche Mittel können die Attraktivität der Baitstations verringern.
Abends treffe ich mich mit Cao Meng bei der Beijing Concert Hall, da er für uns beide Karten organisieren konnte. Ich finde den Konzertsaal mühelos, und unterstreiche damit mein neu erworbenes Orientierungsvermögen in einer 9-Millionenstadt, in der man nur überlebt, solange man Norden von Süden und Westen von Osten unterscheiden kann. Das Konzert des Beijing Symphony Orchestra beinhaltet nur Kompositionen eines wohl sehr berühmten, stockalten Komponisten, und in ca. 2 Stunden Zeit entfaltet sich ein kommunistisches middle-upperclass Spektakel der Sonderklasse. Da mir der Sinn der Musik entging widmete ich mich den Musikern, worunter 3 Nichtchinesen, die allesamt bis in die Knochen frustriert und verspannt dasitzend die Stücke daherdudelten, welche mich in einen post-De Haske-Flashback versetzten. Nichtendende, einstimmige, durch alle Streicher eingesetzte Melodieen kursierten endlos durch den Raum, regelmäßig verstört durch Kickser der Hörner oder durch die Noten des überdimensionierten, jedoch nicht gestimmten, Bösendorfer Konzertflügels. Das Publikum wirbelte eifrig die Plastikverpackungen der für das Finale gedachten Blumensträuße um sich, und so tickten die Minuten abzählend zum Ende einer Vorführung, wie sie wohl nur in einem Land stattfinden kann, welches Jahrzente dem Rest der Welt verschlossen war. Nachdem dann endlich das Konzert vorbei war rannte der Saal nach vorne, um den sich kaum auf den Beinen haltenden Komponisten zu umarmen, mit ihm Fotos zu machen, oder ihm den zwölften Blumenstrauß zu überreichen, den er schon seit dem dritten nicht mehr greifen konnte. Cao wollte mir noch die Gu Qing Solistin des Abends vorstellen, wir durften jedoch nicht mehr backstage und sie hatte wohl weise gewählt nicht front of it zu sein. Und was macht man dann? Richtig, man geht essen.
Ein kleiner Spaziergang in der Eiseskälte brachte uns zu einem netten Restaurant, in welchem wir für Euro 9,20 ausgiebig speisten. Teuer!! Aber wir hatten ja Bier getrunken. Interessanterweise erzählt Cao mir über einen Deutschen, der an der Filmhochschule Recording Technique unterrichtet, namens Jürgen. Ob ich ihn kenne weiss ich nicht, denn Cao kann sich nicht an den Nachnahmen erinnern. Das Taxi fährt mich heimwärts über was erst ein Umweg erschien, sich dann jedoch zum Glück als die Fuchengmen Dajie erwies.

Freitag, 23. November 2007

Freitag, 23. November 2007

War gestern ein grauer, schmutziger Beijing-Tag begleitet von Kopfschmerzen, so war heute ein sonniger, klarer Tag mit angenehmer Temperatur und sowahr dem Anschein frischer Luft. Dass dem nicht wirklich so ist verraten spätestens die trockenen Hustenanfälle, die mich gelegentlich überfallen. Ein schöner Tag lädt ein zum sightseeing, und genau das nehme ich mir vor. Ich will zum ‘Temple of Heaven’, erst aber muss geklärt werden, wie man das denn ausspricht, damit der Taxifahrer auch weiss wohin er mich fahren soll. Höchste Priorität hat jedoch der Kauf eines Stadtplanes mit englischen Strassennamen, damit zukünftige Ausflüge erleichtert werden.
Suns Tipp hat leider nicht funktioniert, denn in Gan Jia Kou gibt es nur chinesische Stadtpläne. Ich nehme ein Taxi und überzeuge den Fahrer, mich zum Tiantán zu fahren, dem Himmelstempel. Er schaut mich zwar verdrusst an, wiederholt aber artig den Namen und fährt los. Dort angekommen verbringe ich den Nachmittag auf der Anlage und im Park, denn diese sind ziemlich gross. Die obligatorischen Fotos werden gemacht, und da die Sonne äußerst wirkungsvoll durch die Zypressen scheint und sie sowieso ein schönes Licht hat heute, gelingen diese recht gut. Die Tempel sind hoch über der Stadt gebaut, in einer unwirklichen Umgebung und vollkommener Losgelöstheit von der rummeligen Stadt, was einem nach nächtelangen Bauarbeiten und dem allgemein gegenwärtigen Lärm sehr gut tut. (“Daar knapt de mens van op!”, wie der Friese sagt)
Auf dem Rückweg lachen mich noch allerlei über das Sehen eines Lao Wai erfreuten chinesischen Verkäufer an, und ich mache ihnen eine Freude und lache zurück. So wird eifrig hin- und hergelacht, und ein paar Ecken weiter finde ich heraus, dass gleich in der Nähe eine Metrohaltestelle ist der Linie 5. Damit fahre ich nach Wangfujing, und beim Stöbern im grossen CD-/DVD-Laden finde ich sowahr einen Beijing Di Tu, einen Stadtplan, in Englisch. Der Kaufrausch überfällt mich, bin aber schon an die chinesischen Preise gewöhnt und stelle jeden Artikel zurück, der die 5 Euro-marke überschreitet. Mein Orientierungssinn hat sich in bisheriger Abwesenheit des Di Tu ganz gut entwickelt (nur ab und zu eine “de-tour”), und so finde ich problemlos den Weg nach Hause. Abends wird wieder im Szechuanrestaurant gegessen, wo die Bedienung sichtbar glücklich ist über meine Wiederkehr und direkt Vorschläge gemacht werden, die “bu la” sind. Ein gut gemeintes Aufschreiben des Namen des vorgeschlagenen Gerichtes in chinesischen Zeichen verstehe ich natürlich nicht, meine aber, “Gu Lao Rou” verstanden zu haben, und in der Tat bringt nach kurzer Zeit der Küchenchef persönlich süß-saures Fleisch vorbei und ruft noch etwas, das wahrscheinlich “Reinhauen!!” bedeutet. Ich nehme mir vor, alle glücklich zu machen, und esse alles auf. Das lauwarme Bier ist zwar nicht wirklich lecker, man kann sich jedoch nicht beklagen beim Gesamtpreis von Euro 2,20, was wiederum nur bedeuten kann, dass der Reis gratis ist und das 600ml Bier 40 cent kostet.
In der Internethalle war es ein frohes Wiedersehen mit den Kassiererinnen, alle anderen Chineses waren wie Zombies hinter ihren Computern. Auf dem Forum des ‘The Beijinger’ stellt sich heraus, dass ich nicht der einzige bin mit Kackerlacken. Der Schreck, mein Handy sei geklaut, erwies sich Zuhause zum Glück als unzutreffend, den es lag noch auf dem Tisch.

Donnerstag, 22. November 2007

Donnerstag, 22. November 2007

A Bad Beijing Day...

Mittwoch, 21. November 2007

Mittwoch, 21. November 2007

Heute ist früh Aufstehen angesagt, um 8:00 kommen mich Sun und sein Bassistenkumpel abholen. Kurz nach 8 stehen die beiden beim dicken modernen Mazda des Bassisten samt Sportlenkrad unten vor dem Haupteingang. “We meet you other side of road”! Ah so! Good that you told me! How else would I have found you?
Der morgentliche Verkehr in Beijing ist mal wieder überwältigend, und der Fahrstil wie gewohnt mörderisch. Nachdem der Bassist einige Male beinahe Fahrradfahrern und Fußgängern das Leben geraubt hat kommen wir auf die grosse Strasse in Richtung Hou Hai. Eine halbe Stunde später biegen wir in den Hutong ein, in dem das Studio liegt und parken auf dem Gelände des sich später der Regierung angehörig herausstellenden Gebäudes.
Da der dritte Student der ersten Gruppe nicht auftaucht (da noch im Bett liegend), fange ich meinen Unterricht an. Die 4 grossen Augen, die mich anschauen, lenken mich nur schwierig ab von den anderen 4 Augen Frau Yangs und Cao Mengs, die beide andächtig zuhören und ausdruckslos weiter hinten im Studio hocken. Es stellt sich heraus, dass das Bildungsdefizit noch arger ist, als erwartet, darum ist es nicht so einfach, den richtigen Dreh zu finden. Ich versuche weiterhin, herauszufinden, was die Studenten denn so bisher gemacht haben, und wie ich erfahre ist dies im Grunde nichts. Da ich ja eigentlich auch nicht gewaltig vorbereitet bin versuche ich, zu retten, was zu retten ist. Es wird eine schwierige Stunde.
Die zweite Gruppe geht schon wesentlich einfacher, denn sie taucht gar nicht erst auf. Dafür ist die dritte um so netter, weil gefüllt von hübschen Chinesinnen, die bis auf ein paar Ausnahmen allesamt äußerst schüchtern gegenüber “Teacher Fischer” sind. Ich interpretiere das Wegschauen jedoch ein wenig unerfahren als Langeweile, und erzähle munter und angespornt fort. Das beförderte Gesprächstempo scheint einigen Schwierigkeiten zu besorgen, und es dauert nicht lange bis ein paar Studentinnen sich dann doch trauen, einzugreifen, und auf chinesisch umschalten. Am Ende der Stunde, in der nicht nur die Geschichte der Aufnahmeindustrie die Revue passierte, sondern auch die essentielle Frage “Warum?” gestellt wurde, wird dann doch endlich die wichtigste Sache geklärt: “Teacher, how old are you?”. Ich: “Hahaha, everybody wants to know!”. Mädchen: “Oh, please don’t become shy of it!” Ich: “I know I look very young, but in fact I am 43.”. Alle: “!?!?>!>>!??>?”. Nachdem ich den brechreizerregenden Dialog beende und mein echtes Alter verrate, grinsen alle zufrieden und wird die Stille durch einzelne “Oh!” gebrochen. Was folgt ist ein massales Speichern der Telefonnummer und e-mail Adresse von Teacher, und ein Grinsen meinerseits.
In der Zwischenzeit hat sich auf dem Parkplatz ein wahres Spektakel abgespielt, denn einer der Studenten wollte nur al zu eilig verschwinden, kratzte mit seinem Auto ein anderes, worauf der menschgeworden Toröffner das Tor geschlossen ließ und mit der geballten Faust auf den sich zu entfernen wollenden Studenten zurannte. Das wiederum hatte zur Folge, daß das halbe Gelände gefüllt war von Schaulustigen und verwirrten Leuten, die mit fragenden Gesichtern dem noch immer herumschreienden und –rennenden Toröffner zuschauten. Etwas später gingen Sun und ich dann Mittagessen, was in einem typischen Beijingrestaurant leider auch schreiende Menschen mit sich bringt – diese werden dafür jedoch bezahlt und meinen es sei Kundenfreundlichkeit, alles drei mal zu wiederholen und zwar auf einer Lautstärke, dass wahrscheinlich auch der alte, noch herumrennende menschgewordene Toröffner im Hutong fünf Strassen weiter es noch hören kann. Das ganze ist dann noch vor die Polizei gekommen, was natürlich dem Ansehen des Studios und seinen Gebrauchern sehr schadet. Wir hoffen, es hat keine Folgen für die Zukunft.
Die nachmittaglichen Unterrichtsgruppen verlaufen einfacher, und die letzte Gruppe sind nur zwei Personen, die andächtig zuhören, wobei aber nicht immer sicher ist, dass sie auch nur ein Wort verstehen. Der Junge bedankt und verabschiedet sich, das Mädchen schaut mich mit emotionslosem Gesicht an und sagt “Teacher, you are very tall and handsome”. Ich danke höflich, und nachdem ich mein Lachen ein wenig einhalten konnte, hören Cao Meng und ich uns Aufnahmen chinesischer Instrumente an. Kurz nach 18:00 laufen wir mit Frau Yang raus in die eisige Kälte, um mit Herrn Wang Essen zu gehen.
Das Abendessen verläuft sehr nett mit Herrn Wangs einmaliger Kombination deutscher und englischer Wörter, in die er sich immer weiter verfängt. Es wird ausserdem wieder mal deutlich, wie klassenorientiert die chinesische Gesellschaft ist, und so amüsiert man sich köstlich über die Dummheit der Bedienung mit der Krönung, dem Zählproblem eines der Jungen, der uns fünf Dessertknödel anreichen soll. Alles in Anwesenheit der betreffenden Personen natürlich.
Wang fährt mich nach Hause und unterwegs sprechen wir das gemeinsame Halten einer Vorlesung über Surroundaufnahmen im nächsten Jahr ab.

Dienstag, 20. November 2007

Dienstag, 20. November 2007

Ein wahres Schlachtfeld erstreckt sich über die Böden der Wohnung, die kleinen schwarzen Pastikschachteln haben satte Arbeit geleistet. Also müssen die Leichnahme erst einmal aufgewischt werden, was doch mehr Arbeit ist, als erst angenommen. Ich schreibe Sun eine sms in der Hoffnung, er könne etwas organisieren bezüglich ADSL und der fürchterlichen Matratze, in der ich nächtlich versinke. Er will später vorbeikommen, und nachdem ich in der Internetbar unter den grinsenden Blicken der Kassiererinnen meine e-mails gechecked habe, schauen Sun und ein anderer Student in der Wohnung vorbei. Der Wohnungsagent weigert sich, eine andere Matratze bereitzustellen (was klar war) und das ADSL muss noch installiert werden. Suns Englisch ist heute nicht auf dem höchsten Stand, und so gibt es einige Verwirrung bis er und der sich als Bassist offenbarende Mitstudent zu einer Probe verschwinden. Auf jeden Fall werden wir uns morgen um 8 Uhr treffen, um zum Studio zu fahren. Ich überlege mir, was nun zu tun, und beschliesse wieder nach Wangfujing zu gehen, aber dieses Mal alleine – quasi als Test.
Alles klappt, anscheinend sind die ersten Wirkungen des culture shock am Abklingen. In Wangfujing werde ich angesprochen durch zwei Chinesinnen. Ich spiele das Spielchen mit, und so werden, angefangen durch “where are you from?” und “you’re so tall!” allerlei Oberflächlichkeiten ausgetauscht, sowie Tee getrunken und Schokolade verschlungen.
Zurück in Haidian erst noch Wasser und ein Notizbuch für die morgigen Unterrichtsstunden gekauft, danach zum kleinen Szechuanrestaurant. Das Essen war wiederum gut und viel zu viel – auch für 2 Personen! – und beim Bezahlen fiel mein Nichtverstehen auf, da ich einen Fünfziger gab, worauf auf den Zwanziger gezeigt wurde und 1 Yuan Wechselgeld retourniert wurde. Zufrieden und mit vollem Magen laufe ich zur Wohnung, in der eine erstaunlich geringe Zahl Roaches herumkroch. Ich hoffe bloss, dies ist nicht die Stille vor dem Sturm.

Montag, 19. November 2007

Montag, 19. November 2007

Lang (lang) geschlafen, nicht wirklich geholfen. Hätte doch um halb 8 aufstehen sollen! Mittags die Wäsche abgeholt, die Laundry-crew war sichtbar verwirrt und benötigte lange, um meine Kleidungsstücke wiederzufinden. “Tehrhausa?”
Anschliessend Essen gekauft und neue Waffen gegen Mr. Roach. Die mit heissem Wasser aufzubrühenden Nudeln schmecken nicht wirklich, dafür aber der ‘Beijing 2008 Yoghurt’ um so mehr und die dänischen Pastries mit einer lila Sesampaste auch.
Gegen Nachmittag einen Grossteil der Fallen eingesammelt, wobei sich eine deutliche Präferenz für das Badezimmer und Teil der Küche und des Wohnzimmers herausstellte. Die neuen Baitstations werden laut Anweisung des Extension Entormologists ordnungsgemäß positioniert – jetzt gilt es, abzuwarten.
Cao Meng ruft gegen 18:30 an, er sei verspätet, und hatte nicht rechtzeitig sein Prepaid aufgeladen. Das könnte der Grund sein, weswegen er nicht wie verabredet um 18:00 da war. Zusammen gehen wir im kleinen Szechuan Restaurant gleich um die Ecke essen, und wiederum gefällt es mir ganz gut da. Ich werde wohl öfters da hingehen, und die knapp 3 Euro, die Cao für uns beide zusammen bezahlt, sind auch nicht die Welt. Im Studio warten Herr Wang und Frau Yang auf uns, und es ist mir immer noch nicht klar, ob die beiden noch verheiratet sind, oder nicht. Wir wundern uns gemeinsam über die Desorganisation der Universität, und ein Telefonat mit Terence klärt einiges: da ich Mittwoch unterrichten werde, hat die Uni mit den Studenten und Profs ein Meeting organisiert morgen, Dienstagabend. Somit kann mir noch rechtzeitig erzählt werden, wann und was ich tun soll! Ich beschliesse, mich zu entspannen und abzuwarten, und wir hören uns gemeinsam Aufnahmen von Cao Meng an, die allesamt nicht so gut klingen. Aber höflicherweise formulieren Herr Wang und ich nette Ratschläge, die Cao aber anscheinend nicht wardiert, denn er verteidigt munter seine Standpunkte. Herr Wang lässt Frau Yang zurück und Cao geht nach Hause. Wang fährt mich noch zur Zeng Guang Lu und setzt mich vor der Tür ab.
In der Wohnung stelle ich fest, dass schon einige Roaches krabbelnd auf dem Boden am Sterben sind – das ging schneller, als erwartet. Hoffentlich sind sie noch artig ins Nest zurückgelaufen und haben dort das Gift verbreitet.
Der WiFi-Moment dauert großzügig lange, aber eine freundschaftliche e-mail wird nicht mehr verschickt. Als ich schlafen gehe, fangen die Bauarbeiter wieder das Zementbohren an.

Sonntag, 18. November 2007

Sonntag, 18. November 2007

Wieder durch den Lärm der Hochhausbaustelle geweckt. Brot und Marmelade (!) zum Frühstück, beinahe wie in Europa! Ich nehme mir die Zeit, ordentlich aufzustehen, und gegen mittag kommt eine SMS von Sun, er sei zurück und würde bei mir vorbeikommen, um mit mir zur “Internetbar” zu gehen. Diese, so stellt sich heraus, befindet sich gleich um die Ecke, wo auch der Supermarkt ist. Durch eine unscheinbare Seitentür gehen wir in die erste Etage, wo ca. 300 Chinesen eng aufeinandergestapelt hinter Rechnern sitzen. Ein grosses Schild “Adults only” lässt mich merkwürdiges erwarten, jedoch steht gleich weiter eines mit “No pornographic website visits permitted”, also war die Aufregung umsonst. Ich schaue mir meine neuen mails an und versuche im selbsterlernten 10-Fingersystem so schnell wie möglich zurückzutippen, damit Sun neben mir nicht zu lange gelangweilt weiter sms-en muss. Als wir fertig sind werden wir wiederum durch den grinsenden Blick der Dame hinter der Kasse begleitet. Ihre Kollegin schaut auch, aber eher böse.
Sun meint, wir könnten ja nach Wangfujing gehen, und da mir das nichts sagt finde ich es eine gute Idee. Der über mein Unwissen erstaunte Sun murmelt noch, dass seine Freundin auch dort sei, und so machen wir uns auf zu meiner ersten Busfahrt in Beijing. Im Bus selber sitzt der menschgewordene Stoppknopf rechts vorne und schreit andauernd irgendwelche Sachen durch den Bus. Leider stehe ich neben ihm, und da ich eingeklemmt bin zwischen stinkenden Leuten kann ich mich nicht entfernen. Nach einiger Zeit kommen wir an der Metrohaltestelle Fuchengmen an, und ich bin den Genuss einer gastronomischen Reise reicher. In der subway, die seit September 3 Eurocent teurer geworden ist, fahren wir über Umsteigen in Fuxingmen (beachte die richtige Aussprache!) nach Wangfujing, dem westlich orientierten Shoppingparadies der Reichen und Expats. Dort wird in einem riesigen Foodcourt gegessen, und nachdem sie sich x-mal verlaufen hat, kommt auch Suns Freundin an und zusammen laufen wir draussen in der Kälte herum und schauen uns auf der breiten Fussgängerzone die vielen grossflächigen Bildschirme an den Gebäuden an, sowie einen touristischen Nachtmarkt, auf dem von Schmetterlingpuppenspiessen bis Seesternen alles mögliche gebraten wird. Das echte Beijing ist dies nicht, aber wir lassen die Expats gerne in ihrem Glauben und laufen wieder zurück, da der letzte Bus um 21:00 von Fuxingmen abfährt. Während der Fahrt stellt sich heraus, das Suns Freundin eigentlich ganz gut Englisch versteht “died yu find it delieschös?” und eine recht selbstkritische Komponistin ist “oh, I am veeery terrible!”. Sun überlässt es mir, dem menschgewordenen Stoppknopf bescheid zu sagen, wann ich aussteigen muss – quasi als Test – und zum Glück schaut dieser in meine Richtung während seines Schreirituals und begreift mein Handzeichen wohl, denn der Bus stoppt und ich steige aus.
Wieder in der Wohnung schaue ich mir während den kurzen WiFi-Momenten an, wie man möglichst gut und schnell Mr. Roach beseitigt und muss feststellen, dass ich meine Taktik ändern muss. Der Abend klingt aus mit CCTV 9 und ESPN, aber nachdem diese dasselbe zeigen wie heute morgen schalte ich auf eines der fürchterlichen Unterhaltungsprogramme Chinas, wobei als ethnic minority verkleidete Tänzer in Megaproduktionen zu Urwaldrythmen auf der Bühne herumrennen. As long as we are politically correct!

Samstag, 17. November 2007

Samstag, 17. November 2007

Erste Nacht in der neuen Wohnung überstanden, keine Angriffe von Mr. Roach. Als Dank dafür sprühe ich eifrig Pestizide, um zukünftigen Besuchen entgegenzuwirken. Nach Inspektion der Fallen stellt sich heraus, dass sich sogar ein paar Viecher dort verlaufen haben!
Ich beschliesse heute ein wenig die direkte Umgebung zu erkunden, vielleicht finde ich dann ja heraus, wo in Beijing ich mich eigentlich befinde. Bewaffnet mit dem Fotoapparat laufe ich die Strassen ab und mache Fotos der Strassennamen, die sich sonst keiner merken kann. Die pfannkuchenartigen Fladen, die ich mir als Frühstück gekauft habe, schmeckten anfangs wirklich gut, aber nach und nach macht sich ein leberartiger Geschmack bemerkbar der auf leeren Magen nicht so gut bekommt. In einer kleinen Seitenstrasse kaufe ich mir deswegen chinesische Donuts, begleitet von erstaunten und panischen Blicken der umherlaufenden Mitbürger. Die Strasse führt in einen wohl nicht für upperclass-Menschen vorgesehenen Strassenmarkt, weswegen ich meinen Weg weiter gehe in Richtung größerer Strassen.
Ein paar Ecken weiter erblicke ich eine Horde Menschen, die alle in eine Art Einkaufszentrum wandern, aus welchem laute Musik und Lärm strömen. Innen laufe ich durch ein riesiges vierstöckiges Rummelmarktgeschehen, in dem russische Wegweiser stehen und sowohl chinesische als englische Durchsagen erklingen. Jede Etage besitzt ein Thema, und so erstrecken sich über 5 Etagen Taschen, Elektronik, Schmuck und sonst noch was. Eine halbe Stunde genügt, und da ich plötzlich zwei Nichtchinesen begegne beschliesse ich, dass es Zeit ist, zu gehen.
Nach einiger Zeit merke ich, dass ich wohl in Gedanken eine Ecke weniger genommen habe als in Wirklichkeit, aber zum Glück erkenne ich einen Strassennamen und finde schnell wieder den Pfad heimwärts.
Abends ist es dann soweit! Zeit zum Essen, und da ich das Wort für Reis immer noch nicht gut aussprechen kann wird es nicht einfach werden. Ich werde darum, als Anfänger, in der Universitätskantine essen gehen. Dort angekommen grinsen mich die bedienenden Chinesinnen wiedererkennend an, und ein wildes Herumfächern der Finger mit fragendem Gesicht beantworte ich erfolgreich mit “yi” und Zeigefinger, wonach das Mädchen zufrieden wegrennt und ein anderes mir Tee und Menükarte hinknallt. Da sie erwartungsvoll wartet zeige ich ihr die Fotos der gewünschten Speisen und beantworte die Frage nach Reis mit Kopfnicken. Das Essen kommt, der Reis nicht. Das Nachfragen einer der Oberinnen nach Reis wird positiv beantwortet. Der Reis kommt nicht. Nachdem ich dann doch den Mut gefasst habe schaffe ich es, Reis zu bestellen. Und nach einiger Zeit kommt er!
Der kalte Weg zurück wird noch kurz erfreut durch einen schnellen Besuch eines Elektronikladens, wo wegen wenig Klientele die Mitarbeiter gelangweilt Fernsehserien schauen oder Gameboy spielen. Wieder draussen rennt Ida noch vorbei aber sieht mich wohl nicht. Zuhause schaue ich mir den auf DVD gepressten illegalen Mitschnitt einer Kinodarstellung von “The Queen” an. Nach einer letzten Inspektion der Verstecke von Mr. Roach gehe ich schlafen.

Mittwoch, 7. November 2007

Hong Kong Phil Live



Na een paar lastige begindagen met veel onduidelijkheden (...) vandaag 2e repetitiedag met het Hong Kong Philharmonic Orchestra en Edo de Waart in het Queen Elizabeth Stadium. Gevarieerd programma rondom klassieke muziekstukken welke in de japanse kinderserie Nodame Cantabile worden gebruikt. Van Beethoven tot Rachmaninov... De PA was te zwaar voor de trussen en men besloot daarom deze achter (!!) het podium te plaatsen. 80 microfoons, en gelukkig nog geen rondzingers gehad...