Mittwoch, 12. Dezember 2007
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Nach einer kurzen Nacht – da Timmy und ich noch in der ‘barstreet’ Sanlitun waren – holen mich Liu Yi und Sun um 9:00 ab. Wir fahren durch die morgentlich vollen Strassen Beijings in Richtung Flughafen. Liu hat etwas zu essen gekauft, und während ich – kulturell bedingt – meinen warmen ‘Milk Tea’ schlürfe nehme ich Bissen von einem ziemlich behaarten Brötchen. Am Flughafen angekommen fährt Liu Yi auf die Taxihalte, aber es macht zum Glück niemandem etwas aus. Kurz entsteht noch etwas Verwirrung, da zwar überall riesige Schilder mit Pfeilen zeigend zum ‘International Departure’ hängen, Liu Yi aber nicht sicher ist, ob das auch stimmt. Wir nehmen Abschied und ich laufe durch die langen Ausreiseschlangen an den verschiedensten Stationen, die man durchqueren muss. Der Flug hat eine halbe Stunde Verspätung, und ich gehe erst einen labbrigen Starbuckskaffee trinken, wobei noch nicht einmal gratis Internet verfügbar ist. Am Gate läuft eine Flughafenmitarbeiterin suchend umher, fragend ob wer “Herr Seidelsackmann” sei. Dies kann natürlich nur ein Scherz sein, und so kreist sie eine ganze Weile ohne Erfolg durch den Warteraum. Gegen boarding time kreischt eine Sprecherin ins Mikro mit rückkoppelnden Klängen, aber es scheint niemanden wirklich zu stören. Leider wartet draussen eine Boeing 747 auf uns, was einen unangenehmen Flugkomfort verspricht. Ich schaue noch einmal gut um mich, um die letzten Blicke auf Beijings Boden zu merken (denn es gibt keine schöneren Erinnerungen, als ein Flughafen), und laufe zum Gate. Zai jian Bei Jing! Ein nerviger Mitarbeiter verlangt noch das Einchecken meines Handkoffers, während um mich herum Massen anderer vorbeilaufen mit größeren Exemplaren. Der Flug verläuft den Umständen entsprechend prima, und 9,5 Stunden später komme ich in Schiphol an.
Freitag, 7. Dezember 2007
Freitag, 7. Dezember 2007
Um 11:30 erscheine ich zum Lunch bei der Uni, um zusammen mit Professor Yin, Sung Lulu, Liu Yi, einer anderen Lehrerin und Sun Yue zu essen. Wir besprechen einiges, ich schlage Sachen vor, alle stimmen zu. Nichts wird beschlossen. Sun und ich laufen ein wenig auf dem Gelände herum, um uns dann aber zu trennen. Ich gehe nach Hause, lege mich aufs Bett und schlafe spontan ein, wahrscheinlich war es das Bier auf nüchternen Magen und das viele Fleisch. Erst spät am Nachmittag wache ich wieder auf, und muss mich schon langsam auf den Weg machen zu meiner “Party”, zu der ich alle Studenten eingeladen habe, damit wir uns besser kennenlernen und sie hoffentlich in Zukunft sich mehr trauen, im Unterricht etwas zu sagen. Sun war am Mittag noch sehr zuversichtlich, da viele positive Reaktionen, aber ich bekam schon ein paar Absagen. Schlussendlich waren wir zu viert, und somit war es zwar nett, aber am Ziel vorbei. Die Gelegenheit wurde genutzt für einen Fotoshoot mit Teacher Fischer, und zwei glückliche Studenten war das Ergebnis. Wir verabschieden uns und gehen natürlich nach Hause, denn in Beijing hört nach dem Essen wohl alles auf.
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Ich bleibe solange es möglich ist im Bett liegen, denn obwohl ich gut geschlafen habe und keiner gebohrt hat ist es nötig. Sobald ich wieder stubenrein bin fahre ich mit dem Taxi noch einmal nördlich zum China Conservatory, da Cao Meng mir heute das gestern verschlossene Studio zeigen wird. Dieses, so stellt sich heraus, ist wirklich gut und hat mal wieder zu viel Geld vom Staat bekommen. Es tummeln sich daher die unmöglichsten Geräte und Maschinen überall, bloss aus irgendeinem Grund fällt keinem ein, gute Lautsprecher zu kaufen. Das hunderttausende Euros teure Mischpult samt digitaler Kreuzschiene und Distributionssystem ist noch nicht verkabelt, aber es steht trorzdem schön im Abhörraum 1. Es sollen noch 3 bis 4 andere Regieräume folgen, und im neuen Anbau mit 2 neuen Konzertsälen werden rund Februar auch nochmal 3 Räume eingerichtet... Ich überlege mir, in welchem Film ich gelandet bin, und Cao und ich verlassen den Komplex, um bei einer Aufnahme von Professor Li in der Beijing Concert Hall vorbeizuschauen.
Erst jedoch fahren wir bei einer Probe vorbei, denn Cao Meng wird morgen eine Aufnahme machen müssen. Das kleine Theater befindet sich auf dem großen Gelände mit dem Namen Qi Jiu Ba, oder 798 für uns Nichtchinesen. Dieses ist ein altes Industriegelände, wo in den vielen Gebäuden kleine Kunstgallerien und solches aufgemacht haben. In einem dieser befindet sich ein Raum, der als Minitheater oder Konzertraum fungiert. Ich fühle mich versetzt in einen alten Alptraum voller Kabale und Liebe, und um mich herum hüpfen Licht- und Tonleute während eine Musikerin ungestört nervige Hippieklänge auf ihrem Instrument hervorzaubert. Zum Glück verlassen wir das Schauspiel bald, nicht aber nachdem ich Cao Meng 'advice' gegeben habe. Da es schon nach Mittagszeit ist muss gegessen werden, und wir finden ein Restaurant, wessen Menükarte einiges verspricht: “The braised eggplant rice king” sowie “Chicken incense peas together” sind hier erhältlich, Knüller ist aber sicherlich “Bacterium with chicken”. Ich habe es mal lieber nicht bestellt.
Die Taxifahrt zur Beijing Concert Hall dauert lange, denn es gibt Stau. Wir kommen etwas müde an, schauen bei der Aufnahme vorbei, und stellen fest, dass vor allem Professor Lis Studenten die Arbeit machen. Er selber und der Komponist sitzen mit Partitur und hören zu und geben Kommentare an das Orchester. Die 4 Mikrofone vor dem Orchester stehen erstaunlich weit auseinander und ich bin glücklich, dass mich heute keiner nach meiner Meinung fragt. Professor Li fragt mich noch, ob ich Plug-ins kenne, die Rauschen entfernen können, und ich gebe Antwort. Da er mir diese Frage schon im September gestellt hat begreife ich sie zwar nicht, aber möchte hilfsbereit sein. Cao Meng und ich trennen uns wieder, und ich mache mich auf den Weg nach Hause.
Rund 18:00 hat Sun mich gebeten, ihm bei einer Konzertaufnahme eines Gesangabends zu helfen, und ich gehe bei der Uni vorbei. Dort treffe ich auch zwei Mädchen aus dem 2. Jahr, die neben Kabel aufrollen vor allem viel herumhüpfen und –grinsen. Der Computer ist kaputt, und Sun muss einen Lehrer anrufen, da er den CD-Rekorder haben will, der hinter verschlossener Tür steht. Ich stelle Mikrofone für Sun und erkläre ihm einen Knoten, damit die Kabel besser hängen und das Mikro nicht heruntergezogen werden kann. Sun rennt mit dem CD-Rekorder herein und kurz vor Anfang funktioniert alles. Ich höre mir das noch kurz an, muss dann aber Dang Shan (“Jenny”) treffen, da ich dem Universitätsblasorchester zuhören möchte. Beim Hereinkommen stoppt der Dirigent die Probe und möchte wissen, wer ich bin. Hände werden geschüttelt, Gesichter lachen und bevor ich mich versehe, werden mir CDs, DVDs, Bücher und eine business card überreicht. Das Orchester klatscht mir und ich soll auf dem gepolzterten Stuhl Platz nehmen. Die Probe schreitet voran mit einem Arrangement der Festivaloverture von Schostakowitsch. In der Pause kommen Dirigent und Manager auf mich zu, Finger werden geschnippst und eine dolmetschende Klarinettistin springt an meine Seite. Nette Worte werden ausgetauscht und alle sind sehr beeindruckt, dass ich den Komponisten eines ‘masterpieces’ kenne, Thomas Doss, und den Otto M. Schwartz. Ob sie denn das Stück für mich spielen dürfen? Oder ob ich es denn selber dirigieren möchte? Ich schaue Jenny ein wenig hilfesuchend an, aber sie bleibt in Entfernung sitzen und somit bedanke ich mich freundlich aber es wird wenigstens mein ‘advice’ erwartet. Ich willige ein, das Orchester wird zurückgepfercht und man spielt für mich. Jenny meint noch “I think I am fired” da sie nicht übersetzen durfte, aber ich beruhige sie. Nach Ende darf ich vor das Orchester und man schaut mich erwartungsvoll an. Ich versuche, den Dirigenten und das Orchester zu loben, aber auch ausführungstechnische Kritik zu geben, und nach lautem Applaus drehe ich mich um und verlasse mit Jenny im Laufschritt das Gebäude.
Bei Sun ist die Aufnahme noch am Laufen, aber kurz vor Ende, und danach gehen wir mit den beiden Mädchen noch essen, wobei sie mit vollem Enthousiasmus ihr spärliches Englisch üben. In der Kälte laufe ich wieder nach Hause.
Erst jedoch fahren wir bei einer Probe vorbei, denn Cao Meng wird morgen eine Aufnahme machen müssen. Das kleine Theater befindet sich auf dem großen Gelände mit dem Namen Qi Jiu Ba, oder 798 für uns Nichtchinesen. Dieses ist ein altes Industriegelände, wo in den vielen Gebäuden kleine Kunstgallerien und solches aufgemacht haben. In einem dieser befindet sich ein Raum, der als Minitheater oder Konzertraum fungiert. Ich fühle mich versetzt in einen alten Alptraum voller Kabale und Liebe, und um mich herum hüpfen Licht- und Tonleute während eine Musikerin ungestört nervige Hippieklänge auf ihrem Instrument hervorzaubert. Zum Glück verlassen wir das Schauspiel bald, nicht aber nachdem ich Cao Meng 'advice' gegeben habe. Da es schon nach Mittagszeit ist muss gegessen werden, und wir finden ein Restaurant, wessen Menükarte einiges verspricht: “The braised eggplant rice king” sowie “Chicken incense peas together” sind hier erhältlich, Knüller ist aber sicherlich “Bacterium with chicken”. Ich habe es mal lieber nicht bestellt.
Die Taxifahrt zur Beijing Concert Hall dauert lange, denn es gibt Stau. Wir kommen etwas müde an, schauen bei der Aufnahme vorbei, und stellen fest, dass vor allem Professor Lis Studenten die Arbeit machen. Er selber und der Komponist sitzen mit Partitur und hören zu und geben Kommentare an das Orchester. Die 4 Mikrofone vor dem Orchester stehen erstaunlich weit auseinander und ich bin glücklich, dass mich heute keiner nach meiner Meinung fragt. Professor Li fragt mich noch, ob ich Plug-ins kenne, die Rauschen entfernen können, und ich gebe Antwort. Da er mir diese Frage schon im September gestellt hat begreife ich sie zwar nicht, aber möchte hilfsbereit sein. Cao Meng und ich trennen uns wieder, und ich mache mich auf den Weg nach Hause.
Rund 18:00 hat Sun mich gebeten, ihm bei einer Konzertaufnahme eines Gesangabends zu helfen, und ich gehe bei der Uni vorbei. Dort treffe ich auch zwei Mädchen aus dem 2. Jahr, die neben Kabel aufrollen vor allem viel herumhüpfen und –grinsen. Der Computer ist kaputt, und Sun muss einen Lehrer anrufen, da er den CD-Rekorder haben will, der hinter verschlossener Tür steht. Ich stelle Mikrofone für Sun und erkläre ihm einen Knoten, damit die Kabel besser hängen und das Mikro nicht heruntergezogen werden kann. Sun rennt mit dem CD-Rekorder herein und kurz vor Anfang funktioniert alles. Ich höre mir das noch kurz an, muss dann aber Dang Shan (“Jenny”) treffen, da ich dem Universitätsblasorchester zuhören möchte. Beim Hereinkommen stoppt der Dirigent die Probe und möchte wissen, wer ich bin. Hände werden geschüttelt, Gesichter lachen und bevor ich mich versehe, werden mir CDs, DVDs, Bücher und eine business card überreicht. Das Orchester klatscht mir und ich soll auf dem gepolzterten Stuhl Platz nehmen. Die Probe schreitet voran mit einem Arrangement der Festivaloverture von Schostakowitsch. In der Pause kommen Dirigent und Manager auf mich zu, Finger werden geschnippst und eine dolmetschende Klarinettistin springt an meine Seite. Nette Worte werden ausgetauscht und alle sind sehr beeindruckt, dass ich den Komponisten eines ‘masterpieces’ kenne, Thomas Doss, und den Otto M. Schwartz. Ob sie denn das Stück für mich spielen dürfen? Oder ob ich es denn selber dirigieren möchte? Ich schaue Jenny ein wenig hilfesuchend an, aber sie bleibt in Entfernung sitzen und somit bedanke ich mich freundlich aber es wird wenigstens mein ‘advice’ erwartet. Ich willige ein, das Orchester wird zurückgepfercht und man spielt für mich. Jenny meint noch “I think I am fired” da sie nicht übersetzen durfte, aber ich beruhige sie. Nach Ende darf ich vor das Orchester und man schaut mich erwartungsvoll an. Ich versuche, den Dirigenten und das Orchester zu loben, aber auch ausführungstechnische Kritik zu geben, und nach lautem Applaus drehe ich mich um und verlasse mit Jenny im Laufschritt das Gebäude.
Bei Sun ist die Aufnahme noch am Laufen, aber kurz vor Ende, und danach gehen wir mit den beiden Mädchen noch essen, wobei sie mit vollem Enthousiasmus ihr spärliches Englisch üben. In der Kälte laufe ich wieder nach Hause.
Mittwoch, 5. Dezember 2007
Mittwoch, 5. Dezember 2007
Morgens um 5:30 bekomme ich von Sun eine sms, er und seine Band haben bis 5 gearbeitet an ihrem Album und können deswegen nicht zum Unterricht kommen. Auch hat er immer noch kein ordentliches whiteboard besorgt. Ich schlafe nicht mehr ein und um 7:00 geht der Wecker, damit ich pünktlich per Taxi zum Studio fahren kann. Der Winter meint es ernst, denn laut Laptop hat er die Temperatur auf -7 Grad heruntergekurbelt, und draussen bestätigt sich dieses. Der Taxifahrer versteht auf Anhieb, aber es hat mal wieder einen Unfall gegeben und somit dauert die Fahrt lange. Beim Studio wartet schon die erste Gruppe auf mich, nur 2 Studenten. Ich gerate in den Bann des Unterrichtens über Stereofonie und labere die beiden 2 Stunden lang voll. Die nächste Gruppe wusste auch noch nicht, was sie heute erwartet, und bekommt die gleiche volle Ladung. Mittagessen lasse ich aus, denn nur eine halbe Stunde, da aber die nächste Ladung Studenten erst um 13:30 hereinspaziert, eine ganze Stunde später, hätte ich wohl gehen können. Die 3 etwas mehr interessierten dürfen auch ganze 2 Stunden Teacher Fischer anhören, verlangen aber bei der Hälfte eine kleine Pause, um aufzuatmen.
Nach all dem gehe ich mit Cao Meng beim China Conservatory of Music vorbei, wo er mir allerlei zeigt und ich eine Aufnahme von Kompositionsstudenten beiwohne, während der ich kurze Zeit wegen Müdigkeit das Bewusstsein verliere und erst eine Minute später wieder aufwache, sehr zum Spass des Freundes von Cao Meng. Wir rennen noch ein wenig hin und her in der Eiseskälte, verabschieden uns aber bald und ich düse nach Hause.
Nach all dem gehe ich mit Cao Meng beim China Conservatory of Music vorbei, wo er mir allerlei zeigt und ich eine Aufnahme von Kompositionsstudenten beiwohne, während der ich kurze Zeit wegen Müdigkeit das Bewusstsein verliere und erst eine Minute später wieder aufwache, sehr zum Spass des Freundes von Cao Meng. Wir rennen noch ein wenig hin und her in der Eiseskälte, verabschieden uns aber bald und ich düse nach Hause.
Dienstag, 4. Dezember 2007
Dienstag, 4. Dezember 2007
Es ist ein bleibendes reges Treiben in Beijing, und es gibt keinen Moment Ruhe. Ich sorge für viel administrative Tätigkeiten, die auch mal passieren müssen, und bleibe deshalb tagsüber in der Wohnung. Draussen ist es sowieso viel zu kalt, und in meiner neu entdeckten WiFi-Ecke lässt es sich direkt am Heizkörper eigentlich ganz gut sitzen. Das Frühstück/Mittagessen sind heute Brotkreationen, wobei sich herausstellt, dass die voriges Mal als Sesampaste identifizierte lila Schmiere wohl alte Marmelade gewesen sein muss, denn diese dänischen Pastries haben eine Art Erdbeermarmelade innendrin. Der leckere Beijing 2008 Joghurt, den ich mir gestern in heisser Vorfreude gekauft habe, ist über Datum.
Ich gehe zum U.B.C. Coffee, um abendzuessen und währenddessen allerlei Kontakte warm zu halten in den Niederlanden über skype chat und MSN. Ich werde prompt einzeln in einen kleinen Nebenraum deponiert, was mir derart stinkt, dass ich nach kurzer Zeit den Platz wechsele um nicht als abgesondertes Tier mein Essen zu mir nehmen zu müssen. Die konstanten Blicke und das Gelache seitens der Bedienung hindern mich aber nicht daran, fröhlich und geschickt mit den Chopsticks das Essen hereinzuschaufeln, und hin- und wieder eine message zu beantworten. Ich rufe mich bei allerlei Leuten in die Erinnerung, und bestelle noch eine Mango Milk Ice Nachspeise, die sich als äußerst merkwürdig herausstellt, aber einigermassen gut schmeckt. Ich bitte um die Rechnung, und die Bedienung spricht derart undeutlich, dass ich mal wieder erst auf dem Heimweg begreife, dass sie in der Tat den gewünschten Betrag genannt hat. Die Quitting wird mir nicht angeboten, und ich nehme mir vor, in Zukunft böse zu werden und reines Mandarin zu sprechen.
Ich gehe zum U.B.C. Coffee, um abendzuessen und währenddessen allerlei Kontakte warm zu halten in den Niederlanden über skype chat und MSN. Ich werde prompt einzeln in einen kleinen Nebenraum deponiert, was mir derart stinkt, dass ich nach kurzer Zeit den Platz wechsele um nicht als abgesondertes Tier mein Essen zu mir nehmen zu müssen. Die konstanten Blicke und das Gelache seitens der Bedienung hindern mich aber nicht daran, fröhlich und geschickt mit den Chopsticks das Essen hereinzuschaufeln, und hin- und wieder eine message zu beantworten. Ich rufe mich bei allerlei Leuten in die Erinnerung, und bestelle noch eine Mango Milk Ice Nachspeise, die sich als äußerst merkwürdig herausstellt, aber einigermassen gut schmeckt. Ich bitte um die Rechnung, und die Bedienung spricht derart undeutlich, dass ich mal wieder erst auf dem Heimweg begreife, dass sie in der Tat den gewünschten Betrag genannt hat. Die Quitting wird mir nicht angeboten, und ich nehme mir vor, in Zukunft böse zu werden und reines Mandarin zu sprechen.
Sonntag, 2. Dezember 2007
Der Text auf der Dose des ‘Strawberry Milk Drink’ lautet “Enjoy the taste to the full”. Ich gebe mir Mühe. Da heute nacht mal wieder viel gebohrt wurde, habe ich nur wenig geschlafen und werde Cao Meng deswegen nicht wie erst abgesprochen um 10:00, sondern um 14:00 in Zhong Guan Cun treffen. Der Taxifahrer versteht zwar die Strasse, bloss vertue ich mich wohl beim Verdeutlichen von Nord und Süd, denn erst nachdem ich die Schriftzeichen auf dem Laptop zücke weiss er, wohin er fahren soll: das Haidian Theater. Dort warten Cao und seine Freundin auf mich. Wir betreten das Silicon Valley Chinas, und zwischen Glaspalästen bahnen wir uns einen Weg zu den Kaufhöllen dieses Distrikts. Wir suchen einen Internetadapter für meinen Mac, bloss stellt sich heraus, dass diese nicht nur teuer sind, sondern auch nicht so einfach zu finden. Resumé: Ich beschliesse, dass doch die Telefonleitung der beste Weg ist, und Sun soll sich um das Herumgeeiere der Wohnungsfirmen kümmern.
Ich mache mich anschliessend auf den Weg zu Toni & Guy, und mit dem Stossverkehr und der Subway schaffe ich es, nur 10 Minuten zu spät anzukommen. Keiner ist böse, sondern ich werde mit gaffenden Blicken durch sowohl Mitarbeiter als auch Kunden angeschaut. Eine hyperventilierende britische Friseusin neben mir gackert oberflächliches, und ich werde durch Creative Stylist ‘Toro’ stylisiert während ich meinen besten, uninteressierten Modelblick aufsetze, damit ich mein neues Image etablieren kann. Das ganze scheint zu funktionieren, denn ich ernte neidische Blicke auf mein blondes Haupt.
Nachdem diese Episode kindischen Leichtsinns vorüber ist mache ich mich auf den Weg zur Universität, da ich Timmy versprochen hatte, ihm bei einer Aufnahme eines Konzerts zu helfen. Sun textet mir, ob ich mit ihm essen gehe, da ich aber wie gesagt keine Zeit habe lade ich ihn ein zum Mitkommen. Er willigt ein, und so finden wir uns alle mit einem zusätzlichen Studenten aus dem dritten Jahr, Cai, im “Studio” des kleinen Konzertsaales wieder. Ich verdrücke mich erst einmal auf die Toilette, jedoch nicht bevor Timmy mir eine Packung Tissues organisiert, da in China WC-Papier selbst mitgebracht werden muss. Ich geniesse die Vor- und Nachteile des nicht abschliessbaren ‘Squat-toilet’, auf welche ich hier jedoch nicht näher eingehen möchte. Die Aufnahme verläuft äußerst witzig, denn nicht nur haben die Lieben links und rechts vertauscht, auch ist die CD 2 Minuten vor Ende des Konzerts voll. Aller Anfang ist schwer...
Das Restaurant der Uni hat schon geschlossen, sagt die mampfende Gesellschaft Bedienender und Köche an den Tischen, und auch obwohl die Mädels grinsend Teacher Fischer erkennen verdrängt wohl der Überlebensinstinkt den Bedienungsinstinkt, und so müssen wir anderswo weitersuchen. Da ja der Rest schon gegessen hat überredet man mich zum Sündigen beim KFC, und ich willige mal wieder ein. Ich schlinge das Zeug hinunter, und da Sun sich nicht wohl fühlt machen nur Cai, Timmy und ich uns auf den Weg zur Bar, in der Timmy und ich schon mal mit Liu und Qin waren. Dort freut sich die weibliche Bedienung in ihrer knappen Carlsberg-uniform über das Wiedersehen, und ich zücke sogleich mein weisses Hemd, damit wir in einheitlicher Farbe gehen können. Leider ist sie jedoch sehr beschäftigt mit Herumstehen, und so widmen wir uns gezwungenermassen der Band, nachdem das Unterhalten durch das an die Schmerzgrenze gehobene Schalldruckniveau unmöglich gemacht wurde. Zum Glück gehen wir schnell in die ruhigere Opiumhölle, wo wir entspannt verweilen, bis der Chef persönlich eintritt und sich zu uns setzt. Es entfaltet sich eine abgefahrene Geschichte. Er ist Akkordeonist und teilt uns mit, dass ihm eigentlich die Musik “da draussen” im Lokal gar nicht gefällt, aber die Kunden wünschen diese – ihm gefällt Jazz und Klassik viel besser. Während wir da so sitzen, rennt die Bedienung hin- und her, um uns Bier bereit zu stellen, die Flaschen zu öffnen und nachzugiessen. Der Boss erzählt ernsthaft und mit zelebrierender Stimme weiter, und alle schauen ihn gebannt an. Plötzlich dreht er sich um und schreit den Laufjungen zu uns, er muss sich hinstellen und sein Boss gibt ihm Anweisungen. Langsam wird es still, der Inhaber dreht sich zu uns zurück, und der Laufjunge fängt an, eine leise Melodie zu singen, die sich steigert und steigert. Nach einer knappen Minute füllt des Jungen Stimme ähnlich eines wiederauferstandenen Pavarotti den ganzen Raum, sodass die laute Musik aus der Bar schon nicht mehr zu hören ist. Nach der letzten Note schreit der Boss den Jungen an, die Stimme sei nicht das Problem, aber es gäbe keine Liebe aus dem Herzen!! Man müsse lieben, fühlen, erleben was man singt. Noch einmal!! Der arme Bube zittert und setzt erneut an, dieses Mal mit wahrer Emotion, und sein Lehrer wird zufrieden. Der Junge darf wieder Bier herumschleppen, und der Boss schaut mich an mit seinen Schlangenaugen und fragt mit rauher Stimme “you like vodka?”. Ich nicke nur und wir beenden den Abend indem wir uns alle zusaufen.
Ich mache mich anschliessend auf den Weg zu Toni & Guy, und mit dem Stossverkehr und der Subway schaffe ich es, nur 10 Minuten zu spät anzukommen. Keiner ist böse, sondern ich werde mit gaffenden Blicken durch sowohl Mitarbeiter als auch Kunden angeschaut. Eine hyperventilierende britische Friseusin neben mir gackert oberflächliches, und ich werde durch Creative Stylist ‘Toro’ stylisiert während ich meinen besten, uninteressierten Modelblick aufsetze, damit ich mein neues Image etablieren kann. Das ganze scheint zu funktionieren, denn ich ernte neidische Blicke auf mein blondes Haupt.
Nachdem diese Episode kindischen Leichtsinns vorüber ist mache ich mich auf den Weg zur Universität, da ich Timmy versprochen hatte, ihm bei einer Aufnahme eines Konzerts zu helfen. Sun textet mir, ob ich mit ihm essen gehe, da ich aber wie gesagt keine Zeit habe lade ich ihn ein zum Mitkommen. Er willigt ein, und so finden wir uns alle mit einem zusätzlichen Studenten aus dem dritten Jahr, Cai, im “Studio” des kleinen Konzertsaales wieder. Ich verdrücke mich erst einmal auf die Toilette, jedoch nicht bevor Timmy mir eine Packung Tissues organisiert, da in China WC-Papier selbst mitgebracht werden muss. Ich geniesse die Vor- und Nachteile des nicht abschliessbaren ‘Squat-toilet’, auf welche ich hier jedoch nicht näher eingehen möchte. Die Aufnahme verläuft äußerst witzig, denn nicht nur haben die Lieben links und rechts vertauscht, auch ist die CD 2 Minuten vor Ende des Konzerts voll. Aller Anfang ist schwer...
Das Restaurant der Uni hat schon geschlossen, sagt die mampfende Gesellschaft Bedienender und Köche an den Tischen, und auch obwohl die Mädels grinsend Teacher Fischer erkennen verdrängt wohl der Überlebensinstinkt den Bedienungsinstinkt, und so müssen wir anderswo weitersuchen. Da ja der Rest schon gegessen hat überredet man mich zum Sündigen beim KFC, und ich willige mal wieder ein. Ich schlinge das Zeug hinunter, und da Sun sich nicht wohl fühlt machen nur Cai, Timmy und ich uns auf den Weg zur Bar, in der Timmy und ich schon mal mit Liu und Qin waren. Dort freut sich die weibliche Bedienung in ihrer knappen Carlsberg-uniform über das Wiedersehen, und ich zücke sogleich mein weisses Hemd, damit wir in einheitlicher Farbe gehen können. Leider ist sie jedoch sehr beschäftigt mit Herumstehen, und so widmen wir uns gezwungenermassen der Band, nachdem das Unterhalten durch das an die Schmerzgrenze gehobene Schalldruckniveau unmöglich gemacht wurde. Zum Glück gehen wir schnell in die ruhigere Opiumhölle, wo wir entspannt verweilen, bis der Chef persönlich eintritt und sich zu uns setzt. Es entfaltet sich eine abgefahrene Geschichte. Er ist Akkordeonist und teilt uns mit, dass ihm eigentlich die Musik “da draussen” im Lokal gar nicht gefällt, aber die Kunden wünschen diese – ihm gefällt Jazz und Klassik viel besser. Während wir da so sitzen, rennt die Bedienung hin- und her, um uns Bier bereit zu stellen, die Flaschen zu öffnen und nachzugiessen. Der Boss erzählt ernsthaft und mit zelebrierender Stimme weiter, und alle schauen ihn gebannt an. Plötzlich dreht er sich um und schreit den Laufjungen zu uns, er muss sich hinstellen und sein Boss gibt ihm Anweisungen. Langsam wird es still, der Inhaber dreht sich zu uns zurück, und der Laufjunge fängt an, eine leise Melodie zu singen, die sich steigert und steigert. Nach einer knappen Minute füllt des Jungen Stimme ähnlich eines wiederauferstandenen Pavarotti den ganzen Raum, sodass die laute Musik aus der Bar schon nicht mehr zu hören ist. Nach der letzten Note schreit der Boss den Jungen an, die Stimme sei nicht das Problem, aber es gäbe keine Liebe aus dem Herzen!! Man müsse lieben, fühlen, erleben was man singt. Noch einmal!! Der arme Bube zittert und setzt erneut an, dieses Mal mit wahrer Emotion, und sein Lehrer wird zufrieden. Der Junge darf wieder Bier herumschleppen, und der Boss schaut mich an mit seinen Schlangenaugen und fragt mit rauher Stimme “you like vodka?”. Ich nicke nur und wir beenden den Abend indem wir uns alle zusaufen.
Montag, 3. Dezember 2007
Montag, 3. Dezember 2007
Sun hatte mir gestern versprochen, sich heute um das ADSL zu kümmern, und zuerst den housing agent und das Management anzurufen, um zu versuchen auf der alten Leitung Internet zu kriegen. Nachdem sich unser Treffen etwas verspätet (der AK-47 läßt grüssen...) teilt Sun mit, er habe eine neue Leitung in Auftrag gegeben, und noch nicht telefoniert wegen der alten. Ich begreife zwar nicht, warum kein Mensch in diesem Land sich an seine Absprachen halten kann, aber lasse es erst mal so sein. Wir gehen zum Mittagessen in ein Filial des U.B.C.-coffees und laden auch Katrina ein, eine Klassenkameradin Suns. Als sie kommt, muß Sun schnell weg, und so unterhalte ich mich mit meiner Studentin über Gott und die Welt und zeige ihr Fotos auf dem Laptop. Leider klappt der Termin mit Cao Meng und einem “famous” producer nicht, deswegen gehe ich mit Katrina zur Uni, wo sie mich für eine Freundin verlässt und ich mich mit Sun und dem Bassisten zum Essen treffe. Anschliessend schauen wir uns Konzert an, was einem highschool-Abend gleicht: viele Gruppen Sänger und Sängerinnen treten in bunter Kleidung auf und singen möglichst schief irgendwelche Sachen. Das Publikum aber liebt es und so gehen Sun und ich nach einiger Zeit aus dem Aufnahmestudio und hinunter in den Saal. An sich keine schlechte Idee, denn der anwesende Student, der das Konzert aufnahm, hatte wohl ein Gehörproblem, wenn man so laut abhören muss... Das Konzert wird wieder verlassen und Sun läuft mit mir zum Bassisten, der uns in sein Auto lädt und losfährt. Ich bereite mich schon vor auf die nächste Station, werde aber Zuhause abgesetzt. Man geht in dieser Stadt nicht Bier trinken wurde mir schon öfter erzählt.
Zuhause wird Miki noch zum Geburtstag gratuliert, und der sich den 30 Jahren nähernde philosophiert erstaunlich tief über das Älterwerden und Zukunftspläne. Ich begleite ihn auf seinen Gedanken und verabschiede mich nach einiger Zeit, den Kosten wegen. Die frisch gekaufte DVD “The Messengers” wird angeschaut, und für einen schlechten Horrorfilm war es ganz amüsant. Punkt 2:00 wird wieder gebohrt, und so schlafe ich von Friede und Stille träumend ein.
Zuhause wird Miki noch zum Geburtstag gratuliert, und der sich den 30 Jahren nähernde philosophiert erstaunlich tief über das Älterwerden und Zukunftspläne. Ich begleite ihn auf seinen Gedanken und verabschiede mich nach einiger Zeit, den Kosten wegen. Die frisch gekaufte DVD “The Messengers” wird angeschaut, und für einen schlechten Horrorfilm war es ganz amüsant. Punkt 2:00 wird wieder gebohrt, und so schlafe ich von Friede und Stille träumend ein.
Samstag, 1. Dezember 2007
Samstag, 1. Dezember 2007
Ein langer Ausschlaf lässt diesen mal wieder grauen Tag in Beijing beginnen. Sun schreibt eine message mit der Frage, wie es mir ginge, denn er hat keine Zeit, sich mit mir zu treffen. Mir geht es ja an sich prima, und ich bedanke mich. Ich gehe mit Bus und Subway nach Xidan, wo ich in der Shoppinghölle zwischen Horden aufgeregt umherrennenden Kauflüstigen mit dem Strom mitlaufe. Ein Starbucks bietet sich an, und da ich den Laptop dabeihabe nehme ich mir die Zeit, e-mails zu schreiben und allerlei andere Sachen zu regeln. Da es schon recht spät wird, suche ich mir danach auf Anraten einer meiner Studentinnen etwas zu essen (“It is not healthy when late dinner”), und finde einen pfannkuchenartigen Loempia in einem Pflaster voll kleiner Stände, die Essen verkaufen, welches mit Gierde durch die vielen aufeinandergedrängten Gruppen verzehrt wird. Innendrinn, so stellt sich heraus, ist allerlei Gemüse, und die Pfannkuchenschale, die alles zusammenhält, war doch etwas härter als erwartet. Halb essend gilt es nun mit allen anderen Leuten eine grosse Strasse zu überqueren, was gar nicht so leicht ist wenn es keine Ampeln gibt aber dafür 4 Fahrbahnen pro Seite, auf denen sich hupend und brummend Busse und Autos einen Weg suchen. Irgendwie klappt es, und im nächsten Riesenkaufhaus wird wieder alles angeschaut, was nicht gekauft wird. Ich habe eigentlich nicht so viel Lust auf Anschauen und nehme mir vor, in Wangfujing einen Termin beim berühmten Haarstylistensalon “Toni & Guy” zu machen. Ich reise dorthin, und nach einigem Suchen und Fragen finde ich den Salon auf der ‘Sky Avenue’. Er ist kurz vorm Zumachen, aber ich wollte ja auch nur eine Reservierung machen. Ich entschliesse mich für einen ‘Creative Stylist’, der mich morgen nachmittag mal so richtig kreativ schneiden und stylisieren darf und spreche die Zeit ab. Ich bin gespannt.
Die Rückreise gelingt planmäßig perfekt, und ich erwische ohne Mühe in Fuchengmen meinen letzten Bus um 22:00. Und das nur, weil das Taxi warscheinlich 3 Euro kosten wird anstatt den 30 cent für Subway und Bus! Aber wer den Chinacent nicht ehrt, ist des Yuan schon gar nicht wert. Zuhause stellt sich heraus, dass die Klospülung nicht mehr funktioniert, denn eine mechanische Verbindung zwischen Hebel und Stöpsel ist gerissen. Vielleicht liegt der Grund im verbissenen Herunterspülen der toten Kackerlacken, wer weiss. Auf jeden Fall muss das Problem gelöst werden, bevor es eines wird, und mit ingenieurtechnischer Vernunft wird das ganze bereinigt. Ich verschlinge noch die gerade erworbenen Muffins und versinke in meiner noch immer nicht ersetzten, zu weichen Matratze zum Schlafen.
Die Rückreise gelingt planmäßig perfekt, und ich erwische ohne Mühe in Fuchengmen meinen letzten Bus um 22:00. Und das nur, weil das Taxi warscheinlich 3 Euro kosten wird anstatt den 30 cent für Subway und Bus! Aber wer den Chinacent nicht ehrt, ist des Yuan schon gar nicht wert. Zuhause stellt sich heraus, dass die Klospülung nicht mehr funktioniert, denn eine mechanische Verbindung zwischen Hebel und Stöpsel ist gerissen. Vielleicht liegt der Grund im verbissenen Herunterspülen der toten Kackerlacken, wer weiss. Auf jeden Fall muss das Problem gelöst werden, bevor es eines wird, und mit ingenieurtechnischer Vernunft wird das ganze bereinigt. Ich verschlinge noch die gerade erworbenen Muffins und versinke in meiner noch immer nicht ersetzten, zu weichen Matratze zum Schlafen.
Freitag, 30. November 2007
Freitag, 30 November 2007
Liu Yi schreibt eine sms, dass die Komponisten des Stückes, das wir vor ein paar Tagen aufgenommen haben, sehr zufrieden ist. Alle wollen sich bei mir bedanken. Es folgt eine Einladung, denn Lius Teacher Qin möchte sich persönlich bei mir bedanken und mit mir über recording und mixing reden. Leider ist das zeitlich nicht so geschickt, und ich biete ein anderes Mal an. Mittagessen ist heute Brot bzw. etwas was diesem ähnlich sieht, denn das chinesische Essen gestern war nicht so gut bekommen und die Bedienung zum ersten Mal sehr unfreundlich.
Cao Meng kommt vorbei, um mit mir die Studios der People Education Press anzuschauen, wo er und einer seiner Freunde in der Abteilung Audio & Viual arbeiten. Wir nehmen ein Taxi, jedoch beichtet uns der Taxifahrer nach 100m fahren, dass er unfassbar nötig aufs Klo muss, deswegen wechselnd wir das Transportmittel. Der nächste Fahrer war woll schon gewesen, und so kommen wir gut an. Die Studios stehen voll mit überteuerten Geräten, wie z.B. ein digitales Mischsystem mit Marktwert von ein paar hunderttausend Euro, welches für einfache Instrumentalaufnahmen verwendet wird. Daneben finden sich mehrere Musik- und Videonachbearbeitungsstudios, sowie ein komplett mit Greenscreen ausgestattetes Videostudio. Der deutlich equipmentgeile Freund Caos liest mir mit Freude alle Typennamen der Geräte vor, an denen wir vorbeilaufen, und die mir schon längst bekannt sind. Die englischen Personalpronomen werden nicht immer korrekt eingesetzt, und so sind Dialoge wie “He is famous movie-star. And he is a woman!” keine Seltenheit.
Nach all dem technischen Geblabel ist es Zeit, essen zu gehen. Ich werde durch eine wohl “famous” Strasse geführt, in der sich viele gute Restaurants befinden sollen. Wir steigen ab in den Keller eines Gebäudes und setzen uns nieder an den Tisch eines Restaurants, wessen Küche wiederum aus einer Provinz Chinas ist von der ich noch nie gehört habe, und wessen Name inzwischen auch wieder vergessen ist. Das Essen jedoch ist äußerst gut, und ich freue mich über die Wahl des Freundes von Cao, denn alle Gerichte reizen neue Geschmacksrezeptoren meines Gaumens. Im Gegensatz zu den Pig-ears und Schweineeileitern sind diese Gerichte jedoch vorzüglich. Ich schlage vor, dass wir nächstes mal wieder essen gehen, aber dann muss Cao seine Freundin mitnehmen, und sein Freund Tang Wei (eine ihn sehr ansprechende Schauspielerin) während ich mich mit Zhiyi Zang zufrieden geben werde. Ich erreiche Zustimmung, und da sich herausstellt, dass Caos Freund eine koreanische Schauspielern noch besser gefällt, tausche ich Zhiyi gegen Tang ein, und so ist jeder zufrieden. Wir beenden das ganze und nachdem der erst Taxifahrer nicht weiss, wo die Zeng Guang Lu ist – und ich ihn ja auch nicht führen kann – wird auf ein anderes Taxi ausgewichen, welches mich sicher nach Hause fährt.
Cao Meng kommt vorbei, um mit mir die Studios der People Education Press anzuschauen, wo er und einer seiner Freunde in der Abteilung Audio & Viual arbeiten. Wir nehmen ein Taxi, jedoch beichtet uns der Taxifahrer nach 100m fahren, dass er unfassbar nötig aufs Klo muss, deswegen wechselnd wir das Transportmittel. Der nächste Fahrer war woll schon gewesen, und so kommen wir gut an. Die Studios stehen voll mit überteuerten Geräten, wie z.B. ein digitales Mischsystem mit Marktwert von ein paar hunderttausend Euro, welches für einfache Instrumentalaufnahmen verwendet wird. Daneben finden sich mehrere Musik- und Videonachbearbeitungsstudios, sowie ein komplett mit Greenscreen ausgestattetes Videostudio. Der deutlich equipmentgeile Freund Caos liest mir mit Freude alle Typennamen der Geräte vor, an denen wir vorbeilaufen, und die mir schon längst bekannt sind. Die englischen Personalpronomen werden nicht immer korrekt eingesetzt, und so sind Dialoge wie “He is famous movie-star. And he is a woman!” keine Seltenheit.
Nach all dem technischen Geblabel ist es Zeit, essen zu gehen. Ich werde durch eine wohl “famous” Strasse geführt, in der sich viele gute Restaurants befinden sollen. Wir steigen ab in den Keller eines Gebäudes und setzen uns nieder an den Tisch eines Restaurants, wessen Küche wiederum aus einer Provinz Chinas ist von der ich noch nie gehört habe, und wessen Name inzwischen auch wieder vergessen ist. Das Essen jedoch ist äußerst gut, und ich freue mich über die Wahl des Freundes von Cao, denn alle Gerichte reizen neue Geschmacksrezeptoren meines Gaumens. Im Gegensatz zu den Pig-ears und Schweineeileitern sind diese Gerichte jedoch vorzüglich. Ich schlage vor, dass wir nächstes mal wieder essen gehen, aber dann muss Cao seine Freundin mitnehmen, und sein Freund Tang Wei (eine ihn sehr ansprechende Schauspielerin) während ich mich mit Zhiyi Zang zufrieden geben werde. Ich erreiche Zustimmung, und da sich herausstellt, dass Caos Freund eine koreanische Schauspielern noch besser gefällt, tausche ich Zhiyi gegen Tang ein, und so ist jeder zufrieden. Wir beenden das ganze und nachdem der erst Taxifahrer nicht weiss, wo die Zeng Guang Lu ist – und ich ihn ja auch nicht führen kann – wird auf ein anderes Taxi ausgewichen, welches mich sicher nach Hause fährt.
Donnerstag, 29. November 2007
Donnerstag, 29. November 2007
They say, you come to China and understand a lot in a few minutes. The rest has got to be lived. They say, whatever it was that you are looking for, you will find it here. They also say, never rent an appartement near a building site, because they will drill all night through.
Mittwoch, 28. November 2007
Mittwoch, 28. November 2007
Pünktlich um 7:00 klingelt der Wecker, und bevor ich mich versehe fahren Sun, der Bassist und ich schon wieder zum Studio, denn mittwochs wird Unterricht gegeben. Es gibt keine Parkplatzvorfälle mehr, denn zum Glück habe alle Studenten verstanden, dass sie nicht mehr auf dem Gelände parken sollen. Der Unterricht verläuft gut, denn ich bin vorbereitet und erfreue die Gruppen mit dem Hören eigener Aufnahmen, jedoch das Analysieren dieser fällt ihnen etwas schwerer. Die Gruppen sind wohl zufrieden, und ich bin es auch. Sun meint, “today is much better than last time”.
Ein Freund von Cao Meng zeigt mir sein Erhu und ich lerne einiges über dieses chinesische Streichinstrument. Danach hören wir uns eine Aufnahme von Jared Sacks an, die er in Beijing gemacht hat, und finden alle inklusive Frau Yang, dass es nicht so gut klingt. Wir beenden das ganze und ich nehme ein Taxi nach Wangfujing, denn ich will im starbucks mit dem Laptop internetten. Dies gelingt erstaunlicherweise, und danach zische ich heimwärts. Inzwischen habe ich mit Timmy abgesprochen, den Abend mit Bier zu verbringen, und wir treffen uns an der Universität, West entrance. Erst zeigt er mir jedoch seine Wohnung, wo er mit seinen Eltern wohnt. Im riesigen Appartement hat er für sich ein Aufnahmestudio gebaut, und während wir uns dieses anschauen springt sein Hund mich erfreut und leckend an. Wir verlassen sein Haus und fahren nach Hou Hai, um dort etwas zu essen und danach Bier zu trinken. Nach einer Runde um den kleinen See, der zum eigentlichen führt, werden wir noch immer durch allerlei Werbeleute begleitet, die pflichtbeflissen “ladybar! ladybar!”, sowie “cheppy aua! cheppy aua! Tu drink wan foa frie!” rufen. Wir möchten nicht in die Ladybar und suchen uns eine ruhigere Bar aus, in der ein Pianist mit Baseballmütze aus dem Stehgreif heraus die unmöglichsten Akkordverbindungen daherzaubert. Der Name des Etablissements ist “Purple”, und ähnelt dem Namensvetter aus Leeuwarden sogar ein wenig. Wir unterhalten uns, nachdem ich für uns beide ein Erdinger Dunkel bestellt habe, und als dieses heruntergespült ist möchte Timmy eigentlich schon schlapp machen, aber ich überrede ihn zu einem weiteren Bier, diesmal jedoch nur ein Carlsberg. Nachdem er dieses und ich mein drittes getrunken habe, und wir nach Abschied des Pianistin noch einmal hinter dem verstimmten Flügel Platz genommen haben, gehen wir nach Hause.
Ein Freund von Cao Meng zeigt mir sein Erhu und ich lerne einiges über dieses chinesische Streichinstrument. Danach hören wir uns eine Aufnahme von Jared Sacks an, die er in Beijing gemacht hat, und finden alle inklusive Frau Yang, dass es nicht so gut klingt. Wir beenden das ganze und ich nehme ein Taxi nach Wangfujing, denn ich will im starbucks mit dem Laptop internetten. Dies gelingt erstaunlicherweise, und danach zische ich heimwärts. Inzwischen habe ich mit Timmy abgesprochen, den Abend mit Bier zu verbringen, und wir treffen uns an der Universität, West entrance. Erst zeigt er mir jedoch seine Wohnung, wo er mit seinen Eltern wohnt. Im riesigen Appartement hat er für sich ein Aufnahmestudio gebaut, und während wir uns dieses anschauen springt sein Hund mich erfreut und leckend an. Wir verlassen sein Haus und fahren nach Hou Hai, um dort etwas zu essen und danach Bier zu trinken. Nach einer Runde um den kleinen See, der zum eigentlichen führt, werden wir noch immer durch allerlei Werbeleute begleitet, die pflichtbeflissen “ladybar! ladybar!”, sowie “cheppy aua! cheppy aua! Tu drink wan foa frie!” rufen. Wir möchten nicht in die Ladybar und suchen uns eine ruhigere Bar aus, in der ein Pianist mit Baseballmütze aus dem Stehgreif heraus die unmöglichsten Akkordverbindungen daherzaubert. Der Name des Etablissements ist “Purple”, und ähnelt dem Namensvetter aus Leeuwarden sogar ein wenig. Wir unterhalten uns, nachdem ich für uns beide ein Erdinger Dunkel bestellt habe, und als dieses heruntergespült ist möchte Timmy eigentlich schon schlapp machen, aber ich überrede ihn zu einem weiteren Bier, diesmal jedoch nur ein Carlsberg. Nachdem er dieses und ich mein drittes getrunken habe, und wir nach Abschied des Pianistin noch einmal hinter dem verstimmten Flügel Platz genommen haben, gehen wir nach Hause.
Dienstag, 27. November 2007
Dienstag, 27. November 2007
Liu Yi wird mich heute zu einer Aufnahme mitnehmen. Vorher gehen wir aber natürlich erst mittagessen. Leider scheint ihr Unterricht danach nicht stattzufinden, denn ich hätte gerne gesehen, was sie denn so an die Studenten erzählt. Wir fahren darum zusammen mit einem Studenten aus dem dritten Studienjahr zum Studio, aber müssen natürlich erst über ein Militärgebiet umfahren, und für die letzten 100m in ein anderes Auto umsteigen, mit welchen wir vor dem von aussen unscheinbaren Studio halten. Ich schaue mich noch um, aber die erwarteten illegalen Bombenkoffer sind nicht da, und so treten wir in das Gebäude ein, in dem sich wieder mal ein äußerst kurioses Schauspiel entfaltet. Ich werde einigen skeptisch schauenden Leuten vorgestellt, und Liu sagt mit freundlicher Stimme, das alle sich freuen werden, heute von Teacher Fischer lernen zu dürfen, wie man den in Europa aufnimmt. Noch nicht ganz sicher, was damit gemeint ist, lächele ich kopfschüttelnd “Nein, danke!”, aber bevor ich mich versehe, muss Liu plötzlich weg um zu unterrichten, und ich stehe alleine in einem ziemlich grossen Studio mit chinesischen Trommeln und zwei erwartungsvollen Studioassistenten, die mit Mikrofonen in der Hand und grossen Augen auf Anweisungen warten. Ich beschliesse, einfach mal mitzumachen, und höre mir das Getrommele an und schlage Mikrofonpositionen vor. Nach kurzer Zeit ruft jemand “Quickly, time is money!!” und so werde ich in den Abhörraum zurückbegleitet. Das ganze wiederholt sich mit einem ganzen Streichorchester, Chor und allerlei chinesischen Instrumenten, die hintereinander im Hochgeschwindigkeitstempo aufgenommen werden. Man scheint meine Meinung immer noch wissen zu wollen, denn jedesmal schaut man mich an und fragt “sound good?”. Ich nicke zustimmend, und so schlagen wir uns durch den Tag, an dem Leute hin- und herrennen und Geldscheine ausgetauscht werden. In der Zwischenzeit redet Timmy, der Student aus dem 3. Jahr, unaufhörlich auf mich ein.
Nach einiger Zeit kommt Liu zum Glück wieder zurück, und meint, es klinge ja gut heute. Wir beenden dann das ganze rund 21:00, und fahren zum Studio des teachers von Liu, der übrigens auch noch zwischendurch Trompete eingespielt hat. Dieses, so stellt sich heraus, ist ein beeindruckender Umbau mehrerer durchgebrochener Wohnungen, und hier wird eifrig gemischt und geredet. Liu schüttet noch ein Glas Wasser über das Mischpult des zweiten Studios, und unsere Versuche, das Kratzen beim Bewegen des Masterfaders zu beseitigen, glücken leider nicht. Mixermanteacher von Liu ruft uns zum Anhören, nachdem ich eine Stunde lang dem auch aufgetauchten Studioassistenten, Liu und Timmy allerlei aufnahmetheoretische Erklärungen gegeben habe, die zu ihrem Erstaunen nicht übereinstimmen mit ihren Lehrbüchern. Teacher ist ganz glücklich, denn so einfach sei das Mischen noch nie gewesen, und auch der Studioassistent ist beeindruckt, denn er versteht immer noch nicht, warum er selber nie genug Bass hat, wenn er das Streichorchester aufnimmt. In einem kollektiven Glücksgefühl wird Fischer eingeladen zum Bier, und wir fahren alle zusammen ohne Sicherheitsgurt mit 160 km/h durch Beijing, setzen den Assisten Zuhause ab, und kommen bei einer Bar an, die man nur über einen Hinterhof erreicht.
Drinnen hat jemand beschlossen, die live-Band derartig laut auszuverstärken, dass einem die Ohren platzen, aber das scheint die anwesenden Zuhörer nicht davon abzuhalten, lächelnd ihre Gläser zu leeren und grinsend den Ausländer anzuschauen. Ich befürchte schlimmes, aber da Liu sich ihre Ohren zuhält, und ich begleitet von Blicken make-up-zugeschmierter Gesichter in einen ruhigeren Hinterraum geführt werde, wird alles wieder gut. Der sehr hübsche Raum hätte in der alten Zeit auch gut eine Opiumhöhle sein können, aber das Bier schmeckt gut, und das Gespräch entwickelt sich. Der Teacher von Liu will, dass ich in Zukunft öfter Mikrofone verschiebe, und so ist das Ziel des Tages erreicht. Wir einigen uns, dass ich eine Demo-CD erstelle, damit Kunden überzeugt werden können. Beim dritten Bier wundert sich die apathisch gewordene Gesellschaft über meine Energie, und ich freue mich, im einzigen Land der Welt zu sein, in dem ich die Einwohner wegtrinken kann. Gegen 2:00 werde ich Zuhause abgesetzt, und mit einer ausgestreckten Hand und zum Schütteln einladenden “Fischer!” wird Abschied genommen.
Nach einiger Zeit kommt Liu zum Glück wieder zurück, und meint, es klinge ja gut heute. Wir beenden dann das ganze rund 21:00, und fahren zum Studio des teachers von Liu, der übrigens auch noch zwischendurch Trompete eingespielt hat. Dieses, so stellt sich heraus, ist ein beeindruckender Umbau mehrerer durchgebrochener Wohnungen, und hier wird eifrig gemischt und geredet. Liu schüttet noch ein Glas Wasser über das Mischpult des zweiten Studios, und unsere Versuche, das Kratzen beim Bewegen des Masterfaders zu beseitigen, glücken leider nicht. Mixermanteacher von Liu ruft uns zum Anhören, nachdem ich eine Stunde lang dem auch aufgetauchten Studioassistenten, Liu und Timmy allerlei aufnahmetheoretische Erklärungen gegeben habe, die zu ihrem Erstaunen nicht übereinstimmen mit ihren Lehrbüchern. Teacher ist ganz glücklich, denn so einfach sei das Mischen noch nie gewesen, und auch der Studioassistent ist beeindruckt, denn er versteht immer noch nicht, warum er selber nie genug Bass hat, wenn er das Streichorchester aufnimmt. In einem kollektiven Glücksgefühl wird Fischer eingeladen zum Bier, und wir fahren alle zusammen ohne Sicherheitsgurt mit 160 km/h durch Beijing, setzen den Assisten Zuhause ab, und kommen bei einer Bar an, die man nur über einen Hinterhof erreicht.
Drinnen hat jemand beschlossen, die live-Band derartig laut auszuverstärken, dass einem die Ohren platzen, aber das scheint die anwesenden Zuhörer nicht davon abzuhalten, lächelnd ihre Gläser zu leeren und grinsend den Ausländer anzuschauen. Ich befürchte schlimmes, aber da Liu sich ihre Ohren zuhält, und ich begleitet von Blicken make-up-zugeschmierter Gesichter in einen ruhigeren Hinterraum geführt werde, wird alles wieder gut. Der sehr hübsche Raum hätte in der alten Zeit auch gut eine Opiumhöhle sein können, aber das Bier schmeckt gut, und das Gespräch entwickelt sich. Der Teacher von Liu will, dass ich in Zukunft öfter Mikrofone verschiebe, und so ist das Ziel des Tages erreicht. Wir einigen uns, dass ich eine Demo-CD erstelle, damit Kunden überzeugt werden können. Beim dritten Bier wundert sich die apathisch gewordene Gesellschaft über meine Energie, und ich freue mich, im einzigen Land der Welt zu sein, in dem ich die Einwohner wegtrinken kann. Gegen 2:00 werde ich Zuhause abgesetzt, und mit einer ausgestreckten Hand und zum Schütteln einladenden “Fischer!” wird Abschied genommen.
Montag, 26. November 2007
Montag, 26. November 2007
Sun kommt vorbei wegen ADSL. Natürlich will keiner, den wir anrufen, uns helfen. Die phone-company will noch immer die original ID-card des Wohnungsbesitzers, der housing agent weigert sich, diese zu geben, und das Haus-management spielt auch nicht mit. Anscheinend darf man einfach kein Internet Zuhause haben. Ich werde zum ersten Mal in China ein wenig böse – bisher habe ich noch nicht die für viele Ausländer üblichen Tiraden gehabt – und erzähle Sun, dass Terence und ich viel Geld bezahlt haben, und niemand meint, das sei ein Grund, dafür zu arbeiten.
Ich schlage vor, nachdem ich die Bosheit abrupt abbreche, essen zu gehen, und so traben wir zur Uni und bestellen bei der mehr als grinsenden Bedienung einige Gerichte. Danach lädt mich Sun ein, bei der Probe seiner Band zuzuschauen. Und dann doch die Frage an mich, was ich denn so finden würde von ihnen. Ich gebe meine ehrliche Meinung, und auf meinen Hinweis wird die Probenaufstellung durcheinandergewirbelt, alle stehen jetzt ordentlich im Kreis, können einander sehen und besser hören. Die äußerst hippen Freundinnen des Sängers und Bassisten nicken zustimmend: “much clearer!”. Es wird weiterhin unorganisiert und wahllos geprobt, und nachdem alle ausgelärmt sind wird eingepackt und nach Hause gegangen. Der Vorschlag, zusammen ein Bier trinken zu gehen, wird nicht beachtet. Und so endet ein weiterer Tag in Chinas nördlicher Metropole.
Ich schlage vor, nachdem ich die Bosheit abrupt abbreche, essen zu gehen, und so traben wir zur Uni und bestellen bei der mehr als grinsenden Bedienung einige Gerichte. Danach lädt mich Sun ein, bei der Probe seiner Band zuzuschauen. Und dann doch die Frage an mich, was ich denn so finden würde von ihnen. Ich gebe meine ehrliche Meinung, und auf meinen Hinweis wird die Probenaufstellung durcheinandergewirbelt, alle stehen jetzt ordentlich im Kreis, können einander sehen und besser hören. Die äußerst hippen Freundinnen des Sängers und Bassisten nicken zustimmend: “much clearer!”. Es wird weiterhin unorganisiert und wahllos geprobt, und nachdem alle ausgelärmt sind wird eingepackt und nach Hause gegangen. Der Vorschlag, zusammen ein Bier trinken zu gehen, wird nicht beachtet. Und so endet ein weiterer Tag in Chinas nördlicher Metropole.
Samstag, 24. November 2007
Samstag, 24. November 2007
Heute mit Sun und Liu Yi zum Lunch getroffen. Es stellt sich heraus, das Liu gute Ideen hat bezüglich Unterrichten, die Universität ihr jedoch nicht viel hilft und sie, genau wie ich, selber das ein und andere organisieren muss und ausdenkt. Das Gespräch gibt mir einen besseren Eindruck von dem Studium und dem, was die Studenten bisher so gemacht haben. Nämlich wenig. Lius Fahrkünste sind etwas weniger berauschend, und so fahren Sun und ich ängstlich mit ihr im aufgemotzten Sport-Mazda ihres Teachers durch Beijing, um mich Zuhause abzusetzen.
Dort angekommen beschliesse ich die kurze Zeit, die noch übrig ist (Essen in China ist eine ernsthafte Sache), zu nutzen, um meine direkte Umgebung noch etwas besser zu erkunden. In einer Seitenstrasse findet sich alles mögliche, Marktstände, Minirestaurants, Frauen, die hinter Glastüren sitzen, aber auch ein grosses Institut für Chinesen, die Englisch lernen wollen. Kunterbunt sozusagen. Der Rundgang wird abgeschlossen durch einen Besuch beim Supermarkt, wo ich u.a. Verstärkung für die Fallen von Mr. Roach kaufe und einen Superspray, der jedes Insekt bei Berührung erstarren lässt. Ich will aber ein wenig warten, bevor ich diesen einsetze, da der Extermination Entormologist davor warnt, denn Sprays und ähnliche Mittel können die Attraktivität der Baitstations verringern.
Abends treffe ich mich mit Cao Meng bei der Beijing Concert Hall, da er für uns beide Karten organisieren konnte. Ich finde den Konzertsaal mühelos, und unterstreiche damit mein neu erworbenes Orientierungsvermögen in einer 9-Millionenstadt, in der man nur überlebt, solange man Norden von Süden und Westen von Osten unterscheiden kann. Das Konzert des Beijing Symphony Orchestra beinhaltet nur Kompositionen eines wohl sehr berühmten, stockalten Komponisten, und in ca. 2 Stunden Zeit entfaltet sich ein kommunistisches middle-upperclass Spektakel der Sonderklasse. Da mir der Sinn der Musik entging widmete ich mich den Musikern, worunter 3 Nichtchinesen, die allesamt bis in die Knochen frustriert und verspannt dasitzend die Stücke daherdudelten, welche mich in einen post-De Haske-Flashback versetzten. Nichtendende, einstimmige, durch alle Streicher eingesetzte Melodieen kursierten endlos durch den Raum, regelmäßig verstört durch Kickser der Hörner oder durch die Noten des überdimensionierten, jedoch nicht gestimmten, Bösendorfer Konzertflügels. Das Publikum wirbelte eifrig die Plastikverpackungen der für das Finale gedachten Blumensträuße um sich, und so tickten die Minuten abzählend zum Ende einer Vorführung, wie sie wohl nur in einem Land stattfinden kann, welches Jahrzente dem Rest der Welt verschlossen war. Nachdem dann endlich das Konzert vorbei war rannte der Saal nach vorne, um den sich kaum auf den Beinen haltenden Komponisten zu umarmen, mit ihm Fotos zu machen, oder ihm den zwölften Blumenstrauß zu überreichen, den er schon seit dem dritten nicht mehr greifen konnte. Cao wollte mir noch die Gu Qing Solistin des Abends vorstellen, wir durften jedoch nicht mehr backstage und sie hatte wohl weise gewählt nicht front of it zu sein. Und was macht man dann? Richtig, man geht essen.
Ein kleiner Spaziergang in der Eiseskälte brachte uns zu einem netten Restaurant, in welchem wir für Euro 9,20 ausgiebig speisten. Teuer!! Aber wir hatten ja Bier getrunken. Interessanterweise erzählt Cao mir über einen Deutschen, der an der Filmhochschule Recording Technique unterrichtet, namens Jürgen. Ob ich ihn kenne weiss ich nicht, denn Cao kann sich nicht an den Nachnahmen erinnern. Das Taxi fährt mich heimwärts über was erst ein Umweg erschien, sich dann jedoch zum Glück als die Fuchengmen Dajie erwies.
Dort angekommen beschliesse ich die kurze Zeit, die noch übrig ist (Essen in China ist eine ernsthafte Sache), zu nutzen, um meine direkte Umgebung noch etwas besser zu erkunden. In einer Seitenstrasse findet sich alles mögliche, Marktstände, Minirestaurants, Frauen, die hinter Glastüren sitzen, aber auch ein grosses Institut für Chinesen, die Englisch lernen wollen. Kunterbunt sozusagen. Der Rundgang wird abgeschlossen durch einen Besuch beim Supermarkt, wo ich u.a. Verstärkung für die Fallen von Mr. Roach kaufe und einen Superspray, der jedes Insekt bei Berührung erstarren lässt. Ich will aber ein wenig warten, bevor ich diesen einsetze, da der Extermination Entormologist davor warnt, denn Sprays und ähnliche Mittel können die Attraktivität der Baitstations verringern.
Abends treffe ich mich mit Cao Meng bei der Beijing Concert Hall, da er für uns beide Karten organisieren konnte. Ich finde den Konzertsaal mühelos, und unterstreiche damit mein neu erworbenes Orientierungsvermögen in einer 9-Millionenstadt, in der man nur überlebt, solange man Norden von Süden und Westen von Osten unterscheiden kann. Das Konzert des Beijing Symphony Orchestra beinhaltet nur Kompositionen eines wohl sehr berühmten, stockalten Komponisten, und in ca. 2 Stunden Zeit entfaltet sich ein kommunistisches middle-upperclass Spektakel der Sonderklasse. Da mir der Sinn der Musik entging widmete ich mich den Musikern, worunter 3 Nichtchinesen, die allesamt bis in die Knochen frustriert und verspannt dasitzend die Stücke daherdudelten, welche mich in einen post-De Haske-Flashback versetzten. Nichtendende, einstimmige, durch alle Streicher eingesetzte Melodieen kursierten endlos durch den Raum, regelmäßig verstört durch Kickser der Hörner oder durch die Noten des überdimensionierten, jedoch nicht gestimmten, Bösendorfer Konzertflügels. Das Publikum wirbelte eifrig die Plastikverpackungen der für das Finale gedachten Blumensträuße um sich, und so tickten die Minuten abzählend zum Ende einer Vorführung, wie sie wohl nur in einem Land stattfinden kann, welches Jahrzente dem Rest der Welt verschlossen war. Nachdem dann endlich das Konzert vorbei war rannte der Saal nach vorne, um den sich kaum auf den Beinen haltenden Komponisten zu umarmen, mit ihm Fotos zu machen, oder ihm den zwölften Blumenstrauß zu überreichen, den er schon seit dem dritten nicht mehr greifen konnte. Cao wollte mir noch die Gu Qing Solistin des Abends vorstellen, wir durften jedoch nicht mehr backstage und sie hatte wohl weise gewählt nicht front of it zu sein. Und was macht man dann? Richtig, man geht essen.
Ein kleiner Spaziergang in der Eiseskälte brachte uns zu einem netten Restaurant, in welchem wir für Euro 9,20 ausgiebig speisten. Teuer!! Aber wir hatten ja Bier getrunken. Interessanterweise erzählt Cao mir über einen Deutschen, der an der Filmhochschule Recording Technique unterrichtet, namens Jürgen. Ob ich ihn kenne weiss ich nicht, denn Cao kann sich nicht an den Nachnahmen erinnern. Das Taxi fährt mich heimwärts über was erst ein Umweg erschien, sich dann jedoch zum Glück als die Fuchengmen Dajie erwies.
Freitag, 23. November 2007
Freitag, 23. November 2007
War gestern ein grauer, schmutziger Beijing-Tag begleitet von Kopfschmerzen, so war heute ein sonniger, klarer Tag mit angenehmer Temperatur und sowahr dem Anschein frischer Luft. Dass dem nicht wirklich so ist verraten spätestens die trockenen Hustenanfälle, die mich gelegentlich überfallen. Ein schöner Tag lädt ein zum sightseeing, und genau das nehme ich mir vor. Ich will zum ‘Temple of Heaven’, erst aber muss geklärt werden, wie man das denn ausspricht, damit der Taxifahrer auch weiss wohin er mich fahren soll. Höchste Priorität hat jedoch der Kauf eines Stadtplanes mit englischen Strassennamen, damit zukünftige Ausflüge erleichtert werden.
Suns Tipp hat leider nicht funktioniert, denn in Gan Jia Kou gibt es nur chinesische Stadtpläne. Ich nehme ein Taxi und überzeuge den Fahrer, mich zum Tiantán zu fahren, dem Himmelstempel. Er schaut mich zwar verdrusst an, wiederholt aber artig den Namen und fährt los. Dort angekommen verbringe ich den Nachmittag auf der Anlage und im Park, denn diese sind ziemlich gross. Die obligatorischen Fotos werden gemacht, und da die Sonne äußerst wirkungsvoll durch die Zypressen scheint und sie sowieso ein schönes Licht hat heute, gelingen diese recht gut. Die Tempel sind hoch über der Stadt gebaut, in einer unwirklichen Umgebung und vollkommener Losgelöstheit von der rummeligen Stadt, was einem nach nächtelangen Bauarbeiten und dem allgemein gegenwärtigen Lärm sehr gut tut. (“Daar knapt de mens van op!”, wie der Friese sagt)
Auf dem Rückweg lachen mich noch allerlei über das Sehen eines Lao Wai erfreuten chinesischen Verkäufer an, und ich mache ihnen eine Freude und lache zurück. So wird eifrig hin- und hergelacht, und ein paar Ecken weiter finde ich heraus, dass gleich in der Nähe eine Metrohaltestelle ist der Linie 5. Damit fahre ich nach Wangfujing, und beim Stöbern im grossen CD-/DVD-Laden finde ich sowahr einen Beijing Di Tu, einen Stadtplan, in Englisch. Der Kaufrausch überfällt mich, bin aber schon an die chinesischen Preise gewöhnt und stelle jeden Artikel zurück, der die 5 Euro-marke überschreitet. Mein Orientierungssinn hat sich in bisheriger Abwesenheit des Di Tu ganz gut entwickelt (nur ab und zu eine “de-tour”), und so finde ich problemlos den Weg nach Hause. Abends wird wieder im Szechuanrestaurant gegessen, wo die Bedienung sichtbar glücklich ist über meine Wiederkehr und direkt Vorschläge gemacht werden, die “bu la” sind. Ein gut gemeintes Aufschreiben des Namen des vorgeschlagenen Gerichtes in chinesischen Zeichen verstehe ich natürlich nicht, meine aber, “Gu Lao Rou” verstanden zu haben, und in der Tat bringt nach kurzer Zeit der Küchenchef persönlich süß-saures Fleisch vorbei und ruft noch etwas, das wahrscheinlich “Reinhauen!!” bedeutet. Ich nehme mir vor, alle glücklich zu machen, und esse alles auf. Das lauwarme Bier ist zwar nicht wirklich lecker, man kann sich jedoch nicht beklagen beim Gesamtpreis von Euro 2,20, was wiederum nur bedeuten kann, dass der Reis gratis ist und das 600ml Bier 40 cent kostet.
In der Internethalle war es ein frohes Wiedersehen mit den Kassiererinnen, alle anderen Chineses waren wie Zombies hinter ihren Computern. Auf dem Forum des ‘The Beijinger’ stellt sich heraus, dass ich nicht der einzige bin mit Kackerlacken. Der Schreck, mein Handy sei geklaut, erwies sich Zuhause zum Glück als unzutreffend, den es lag noch auf dem Tisch.
Suns Tipp hat leider nicht funktioniert, denn in Gan Jia Kou gibt es nur chinesische Stadtpläne. Ich nehme ein Taxi und überzeuge den Fahrer, mich zum Tiantán zu fahren, dem Himmelstempel. Er schaut mich zwar verdrusst an, wiederholt aber artig den Namen und fährt los. Dort angekommen verbringe ich den Nachmittag auf der Anlage und im Park, denn diese sind ziemlich gross. Die obligatorischen Fotos werden gemacht, und da die Sonne äußerst wirkungsvoll durch die Zypressen scheint und sie sowieso ein schönes Licht hat heute, gelingen diese recht gut. Die Tempel sind hoch über der Stadt gebaut, in einer unwirklichen Umgebung und vollkommener Losgelöstheit von der rummeligen Stadt, was einem nach nächtelangen Bauarbeiten und dem allgemein gegenwärtigen Lärm sehr gut tut. (“Daar knapt de mens van op!”, wie der Friese sagt)
Auf dem Rückweg lachen mich noch allerlei über das Sehen eines Lao Wai erfreuten chinesischen Verkäufer an, und ich mache ihnen eine Freude und lache zurück. So wird eifrig hin- und hergelacht, und ein paar Ecken weiter finde ich heraus, dass gleich in der Nähe eine Metrohaltestelle ist der Linie 5. Damit fahre ich nach Wangfujing, und beim Stöbern im grossen CD-/DVD-Laden finde ich sowahr einen Beijing Di Tu, einen Stadtplan, in Englisch. Der Kaufrausch überfällt mich, bin aber schon an die chinesischen Preise gewöhnt und stelle jeden Artikel zurück, der die 5 Euro-marke überschreitet. Mein Orientierungssinn hat sich in bisheriger Abwesenheit des Di Tu ganz gut entwickelt (nur ab und zu eine “de-tour”), und so finde ich problemlos den Weg nach Hause. Abends wird wieder im Szechuanrestaurant gegessen, wo die Bedienung sichtbar glücklich ist über meine Wiederkehr und direkt Vorschläge gemacht werden, die “bu la” sind. Ein gut gemeintes Aufschreiben des Namen des vorgeschlagenen Gerichtes in chinesischen Zeichen verstehe ich natürlich nicht, meine aber, “Gu Lao Rou” verstanden zu haben, und in der Tat bringt nach kurzer Zeit der Küchenchef persönlich süß-saures Fleisch vorbei und ruft noch etwas, das wahrscheinlich “Reinhauen!!” bedeutet. Ich nehme mir vor, alle glücklich zu machen, und esse alles auf. Das lauwarme Bier ist zwar nicht wirklich lecker, man kann sich jedoch nicht beklagen beim Gesamtpreis von Euro 2,20, was wiederum nur bedeuten kann, dass der Reis gratis ist und das 600ml Bier 40 cent kostet.
In der Internethalle war es ein frohes Wiedersehen mit den Kassiererinnen, alle anderen Chineses waren wie Zombies hinter ihren Computern. Auf dem Forum des ‘The Beijinger’ stellt sich heraus, dass ich nicht der einzige bin mit Kackerlacken. Der Schreck, mein Handy sei geklaut, erwies sich Zuhause zum Glück als unzutreffend, den es lag noch auf dem Tisch.
Donnerstag, 22. November 2007
Mittwoch, 21. November 2007
Mittwoch, 21. November 2007
Heute ist früh Aufstehen angesagt, um 8:00 kommen mich Sun und sein Bassistenkumpel abholen. Kurz nach 8 stehen die beiden beim dicken modernen Mazda des Bassisten samt Sportlenkrad unten vor dem Haupteingang. “We meet you other side of road”! Ah so! Good that you told me! How else would I have found you?
Der morgentliche Verkehr in Beijing ist mal wieder überwältigend, und der Fahrstil wie gewohnt mörderisch. Nachdem der Bassist einige Male beinahe Fahrradfahrern und Fußgängern das Leben geraubt hat kommen wir auf die grosse Strasse in Richtung Hou Hai. Eine halbe Stunde später biegen wir in den Hutong ein, in dem das Studio liegt und parken auf dem Gelände des sich später der Regierung angehörig herausstellenden Gebäudes.
Da der dritte Student der ersten Gruppe nicht auftaucht (da noch im Bett liegend), fange ich meinen Unterricht an. Die 4 grossen Augen, die mich anschauen, lenken mich nur schwierig ab von den anderen 4 Augen Frau Yangs und Cao Mengs, die beide andächtig zuhören und ausdruckslos weiter hinten im Studio hocken. Es stellt sich heraus, dass das Bildungsdefizit noch arger ist, als erwartet, darum ist es nicht so einfach, den richtigen Dreh zu finden. Ich versuche weiterhin, herauszufinden, was die Studenten denn so bisher gemacht haben, und wie ich erfahre ist dies im Grunde nichts. Da ich ja eigentlich auch nicht gewaltig vorbereitet bin versuche ich, zu retten, was zu retten ist. Es wird eine schwierige Stunde.
Die zweite Gruppe geht schon wesentlich einfacher, denn sie taucht gar nicht erst auf. Dafür ist die dritte um so netter, weil gefüllt von hübschen Chinesinnen, die bis auf ein paar Ausnahmen allesamt äußerst schüchtern gegenüber “Teacher Fischer” sind. Ich interpretiere das Wegschauen jedoch ein wenig unerfahren als Langeweile, und erzähle munter und angespornt fort. Das beförderte Gesprächstempo scheint einigen Schwierigkeiten zu besorgen, und es dauert nicht lange bis ein paar Studentinnen sich dann doch trauen, einzugreifen, und auf chinesisch umschalten. Am Ende der Stunde, in der nicht nur die Geschichte der Aufnahmeindustrie die Revue passierte, sondern auch die essentielle Frage “Warum?” gestellt wurde, wird dann doch endlich die wichtigste Sache geklärt: “Teacher, how old are you?”. Ich: “Hahaha, everybody wants to know!”. Mädchen: “Oh, please don’t become shy of it!” Ich: “I know I look very young, but in fact I am 43.”. Alle: “!?!?>!>>!??>?”. Nachdem ich den brechreizerregenden Dialog beende und mein echtes Alter verrate, grinsen alle zufrieden und wird die Stille durch einzelne “Oh!” gebrochen. Was folgt ist ein massales Speichern der Telefonnummer und e-mail Adresse von Teacher, und ein Grinsen meinerseits.
In der Zwischenzeit hat sich auf dem Parkplatz ein wahres Spektakel abgespielt, denn einer der Studenten wollte nur al zu eilig verschwinden, kratzte mit seinem Auto ein anderes, worauf der menschgeworden Toröffner das Tor geschlossen ließ und mit der geballten Faust auf den sich zu entfernen wollenden Studenten zurannte. Das wiederum hatte zur Folge, daß das halbe Gelände gefüllt war von Schaulustigen und verwirrten Leuten, die mit fragenden Gesichtern dem noch immer herumschreienden und –rennenden Toröffner zuschauten. Etwas später gingen Sun und ich dann Mittagessen, was in einem typischen Beijingrestaurant leider auch schreiende Menschen mit sich bringt – diese werden dafür jedoch bezahlt und meinen es sei Kundenfreundlichkeit, alles drei mal zu wiederholen und zwar auf einer Lautstärke, dass wahrscheinlich auch der alte, noch herumrennende menschgewordene Toröffner im Hutong fünf Strassen weiter es noch hören kann. Das ganze ist dann noch vor die Polizei gekommen, was natürlich dem Ansehen des Studios und seinen Gebrauchern sehr schadet. Wir hoffen, es hat keine Folgen für die Zukunft.
Die nachmittaglichen Unterrichtsgruppen verlaufen einfacher, und die letzte Gruppe sind nur zwei Personen, die andächtig zuhören, wobei aber nicht immer sicher ist, dass sie auch nur ein Wort verstehen. Der Junge bedankt und verabschiedet sich, das Mädchen schaut mich mit emotionslosem Gesicht an und sagt “Teacher, you are very tall and handsome”. Ich danke höflich, und nachdem ich mein Lachen ein wenig einhalten konnte, hören Cao Meng und ich uns Aufnahmen chinesischer Instrumente an. Kurz nach 18:00 laufen wir mit Frau Yang raus in die eisige Kälte, um mit Herrn Wang Essen zu gehen.
Das Abendessen verläuft sehr nett mit Herrn Wangs einmaliger Kombination deutscher und englischer Wörter, in die er sich immer weiter verfängt. Es wird ausserdem wieder mal deutlich, wie klassenorientiert die chinesische Gesellschaft ist, und so amüsiert man sich köstlich über die Dummheit der Bedienung mit der Krönung, dem Zählproblem eines der Jungen, der uns fünf Dessertknödel anreichen soll. Alles in Anwesenheit der betreffenden Personen natürlich.
Wang fährt mich nach Hause und unterwegs sprechen wir das gemeinsame Halten einer Vorlesung über Surroundaufnahmen im nächsten Jahr ab.
Der morgentliche Verkehr in Beijing ist mal wieder überwältigend, und der Fahrstil wie gewohnt mörderisch. Nachdem der Bassist einige Male beinahe Fahrradfahrern und Fußgängern das Leben geraubt hat kommen wir auf die grosse Strasse in Richtung Hou Hai. Eine halbe Stunde später biegen wir in den Hutong ein, in dem das Studio liegt und parken auf dem Gelände des sich später der Regierung angehörig herausstellenden Gebäudes.
Da der dritte Student der ersten Gruppe nicht auftaucht (da noch im Bett liegend), fange ich meinen Unterricht an. Die 4 grossen Augen, die mich anschauen, lenken mich nur schwierig ab von den anderen 4 Augen Frau Yangs und Cao Mengs, die beide andächtig zuhören und ausdruckslos weiter hinten im Studio hocken. Es stellt sich heraus, dass das Bildungsdefizit noch arger ist, als erwartet, darum ist es nicht so einfach, den richtigen Dreh zu finden. Ich versuche weiterhin, herauszufinden, was die Studenten denn so bisher gemacht haben, und wie ich erfahre ist dies im Grunde nichts. Da ich ja eigentlich auch nicht gewaltig vorbereitet bin versuche ich, zu retten, was zu retten ist. Es wird eine schwierige Stunde.
Die zweite Gruppe geht schon wesentlich einfacher, denn sie taucht gar nicht erst auf. Dafür ist die dritte um so netter, weil gefüllt von hübschen Chinesinnen, die bis auf ein paar Ausnahmen allesamt äußerst schüchtern gegenüber “Teacher Fischer” sind. Ich interpretiere das Wegschauen jedoch ein wenig unerfahren als Langeweile, und erzähle munter und angespornt fort. Das beförderte Gesprächstempo scheint einigen Schwierigkeiten zu besorgen, und es dauert nicht lange bis ein paar Studentinnen sich dann doch trauen, einzugreifen, und auf chinesisch umschalten. Am Ende der Stunde, in der nicht nur die Geschichte der Aufnahmeindustrie die Revue passierte, sondern auch die essentielle Frage “Warum?” gestellt wurde, wird dann doch endlich die wichtigste Sache geklärt: “Teacher, how old are you?”. Ich: “Hahaha, everybody wants to know!”. Mädchen: “Oh, please don’t become shy of it!” Ich: “I know I look very young, but in fact I am 43.”. Alle: “!?!?>!>>!??>?”. Nachdem ich den brechreizerregenden Dialog beende und mein echtes Alter verrate, grinsen alle zufrieden und wird die Stille durch einzelne “Oh!” gebrochen. Was folgt ist ein massales Speichern der Telefonnummer und e-mail Adresse von Teacher, und ein Grinsen meinerseits.
In der Zwischenzeit hat sich auf dem Parkplatz ein wahres Spektakel abgespielt, denn einer der Studenten wollte nur al zu eilig verschwinden, kratzte mit seinem Auto ein anderes, worauf der menschgeworden Toröffner das Tor geschlossen ließ und mit der geballten Faust auf den sich zu entfernen wollenden Studenten zurannte. Das wiederum hatte zur Folge, daß das halbe Gelände gefüllt war von Schaulustigen und verwirrten Leuten, die mit fragenden Gesichtern dem noch immer herumschreienden und –rennenden Toröffner zuschauten. Etwas später gingen Sun und ich dann Mittagessen, was in einem typischen Beijingrestaurant leider auch schreiende Menschen mit sich bringt – diese werden dafür jedoch bezahlt und meinen es sei Kundenfreundlichkeit, alles drei mal zu wiederholen und zwar auf einer Lautstärke, dass wahrscheinlich auch der alte, noch herumrennende menschgewordene Toröffner im Hutong fünf Strassen weiter es noch hören kann. Das ganze ist dann noch vor die Polizei gekommen, was natürlich dem Ansehen des Studios und seinen Gebrauchern sehr schadet. Wir hoffen, es hat keine Folgen für die Zukunft.
Die nachmittaglichen Unterrichtsgruppen verlaufen einfacher, und die letzte Gruppe sind nur zwei Personen, die andächtig zuhören, wobei aber nicht immer sicher ist, dass sie auch nur ein Wort verstehen. Der Junge bedankt und verabschiedet sich, das Mädchen schaut mich mit emotionslosem Gesicht an und sagt “Teacher, you are very tall and handsome”. Ich danke höflich, und nachdem ich mein Lachen ein wenig einhalten konnte, hören Cao Meng und ich uns Aufnahmen chinesischer Instrumente an. Kurz nach 18:00 laufen wir mit Frau Yang raus in die eisige Kälte, um mit Herrn Wang Essen zu gehen.
Das Abendessen verläuft sehr nett mit Herrn Wangs einmaliger Kombination deutscher und englischer Wörter, in die er sich immer weiter verfängt. Es wird ausserdem wieder mal deutlich, wie klassenorientiert die chinesische Gesellschaft ist, und so amüsiert man sich köstlich über die Dummheit der Bedienung mit der Krönung, dem Zählproblem eines der Jungen, der uns fünf Dessertknödel anreichen soll. Alles in Anwesenheit der betreffenden Personen natürlich.
Wang fährt mich nach Hause und unterwegs sprechen wir das gemeinsame Halten einer Vorlesung über Surroundaufnahmen im nächsten Jahr ab.
Dienstag, 20. November 2007
Dienstag, 20. November 2007
Ein wahres Schlachtfeld erstreckt sich über die Böden der Wohnung, die kleinen schwarzen Pastikschachteln haben satte Arbeit geleistet. Also müssen die Leichnahme erst einmal aufgewischt werden, was doch mehr Arbeit ist, als erst angenommen. Ich schreibe Sun eine sms in der Hoffnung, er könne etwas organisieren bezüglich ADSL und der fürchterlichen Matratze, in der ich nächtlich versinke. Er will später vorbeikommen, und nachdem ich in der Internetbar unter den grinsenden Blicken der Kassiererinnen meine e-mails gechecked habe, schauen Sun und ein anderer Student in der Wohnung vorbei. Der Wohnungsagent weigert sich, eine andere Matratze bereitzustellen (was klar war) und das ADSL muss noch installiert werden. Suns Englisch ist heute nicht auf dem höchsten Stand, und so gibt es einige Verwirrung bis er und der sich als Bassist offenbarende Mitstudent zu einer Probe verschwinden. Auf jeden Fall werden wir uns morgen um 8 Uhr treffen, um zum Studio zu fahren. Ich überlege mir, was nun zu tun, und beschliesse wieder nach Wangfujing zu gehen, aber dieses Mal alleine – quasi als Test.
Alles klappt, anscheinend sind die ersten Wirkungen des culture shock am Abklingen. In Wangfujing werde ich angesprochen durch zwei Chinesinnen. Ich spiele das Spielchen mit, und so werden, angefangen durch “where are you from?” und “you’re so tall!” allerlei Oberflächlichkeiten ausgetauscht, sowie Tee getrunken und Schokolade verschlungen.
Zurück in Haidian erst noch Wasser und ein Notizbuch für die morgigen Unterrichtsstunden gekauft, danach zum kleinen Szechuanrestaurant. Das Essen war wiederum gut und viel zu viel – auch für 2 Personen! – und beim Bezahlen fiel mein Nichtverstehen auf, da ich einen Fünfziger gab, worauf auf den Zwanziger gezeigt wurde und 1 Yuan Wechselgeld retourniert wurde. Zufrieden und mit vollem Magen laufe ich zur Wohnung, in der eine erstaunlich geringe Zahl Roaches herumkroch. Ich hoffe bloss, dies ist nicht die Stille vor dem Sturm.
Alles klappt, anscheinend sind die ersten Wirkungen des culture shock am Abklingen. In Wangfujing werde ich angesprochen durch zwei Chinesinnen. Ich spiele das Spielchen mit, und so werden, angefangen durch “where are you from?” und “you’re so tall!” allerlei Oberflächlichkeiten ausgetauscht, sowie Tee getrunken und Schokolade verschlungen.
Zurück in Haidian erst noch Wasser und ein Notizbuch für die morgigen Unterrichtsstunden gekauft, danach zum kleinen Szechuanrestaurant. Das Essen war wiederum gut und viel zu viel – auch für 2 Personen! – und beim Bezahlen fiel mein Nichtverstehen auf, da ich einen Fünfziger gab, worauf auf den Zwanziger gezeigt wurde und 1 Yuan Wechselgeld retourniert wurde. Zufrieden und mit vollem Magen laufe ich zur Wohnung, in der eine erstaunlich geringe Zahl Roaches herumkroch. Ich hoffe bloss, dies ist nicht die Stille vor dem Sturm.
Montag, 19. November 2007
Montag, 19. November 2007
Lang (lang) geschlafen, nicht wirklich geholfen. Hätte doch um halb 8 aufstehen sollen! Mittags die Wäsche abgeholt, die Laundry-crew war sichtbar verwirrt und benötigte lange, um meine Kleidungsstücke wiederzufinden. “Tehrhausa?”
Anschliessend Essen gekauft und neue Waffen gegen Mr. Roach. Die mit heissem Wasser aufzubrühenden Nudeln schmecken nicht wirklich, dafür aber der ‘Beijing 2008 Yoghurt’ um so mehr und die dänischen Pastries mit einer lila Sesampaste auch.
Gegen Nachmittag einen Grossteil der Fallen eingesammelt, wobei sich eine deutliche Präferenz für das Badezimmer und Teil der Küche und des Wohnzimmers herausstellte. Die neuen Baitstations werden laut Anweisung des Extension Entormologists ordnungsgemäß positioniert – jetzt gilt es, abzuwarten.
Cao Meng ruft gegen 18:30 an, er sei verspätet, und hatte nicht rechtzeitig sein Prepaid aufgeladen. Das könnte der Grund sein, weswegen er nicht wie verabredet um 18:00 da war. Zusammen gehen wir im kleinen Szechuan Restaurant gleich um die Ecke essen, und wiederum gefällt es mir ganz gut da. Ich werde wohl öfters da hingehen, und die knapp 3 Euro, die Cao für uns beide zusammen bezahlt, sind auch nicht die Welt. Im Studio warten Herr Wang und Frau Yang auf uns, und es ist mir immer noch nicht klar, ob die beiden noch verheiratet sind, oder nicht. Wir wundern uns gemeinsam über die Desorganisation der Universität, und ein Telefonat mit Terence klärt einiges: da ich Mittwoch unterrichten werde, hat die Uni mit den Studenten und Profs ein Meeting organisiert morgen, Dienstagabend. Somit kann mir noch rechtzeitig erzählt werden, wann und was ich tun soll! Ich beschliesse, mich zu entspannen und abzuwarten, und wir hören uns gemeinsam Aufnahmen von Cao Meng an, die allesamt nicht so gut klingen. Aber höflicherweise formulieren Herr Wang und ich nette Ratschläge, die Cao aber anscheinend nicht wardiert, denn er verteidigt munter seine Standpunkte. Herr Wang lässt Frau Yang zurück und Cao geht nach Hause. Wang fährt mich noch zur Zeng Guang Lu und setzt mich vor der Tür ab.
In der Wohnung stelle ich fest, dass schon einige Roaches krabbelnd auf dem Boden am Sterben sind – das ging schneller, als erwartet. Hoffentlich sind sie noch artig ins Nest zurückgelaufen und haben dort das Gift verbreitet.
Der WiFi-Moment dauert großzügig lange, aber eine freundschaftliche e-mail wird nicht mehr verschickt. Als ich schlafen gehe, fangen die Bauarbeiter wieder das Zementbohren an.
Anschliessend Essen gekauft und neue Waffen gegen Mr. Roach. Die mit heissem Wasser aufzubrühenden Nudeln schmecken nicht wirklich, dafür aber der ‘Beijing 2008 Yoghurt’ um so mehr und die dänischen Pastries mit einer lila Sesampaste auch.
Gegen Nachmittag einen Grossteil der Fallen eingesammelt, wobei sich eine deutliche Präferenz für das Badezimmer und Teil der Küche und des Wohnzimmers herausstellte. Die neuen Baitstations werden laut Anweisung des Extension Entormologists ordnungsgemäß positioniert – jetzt gilt es, abzuwarten.
Cao Meng ruft gegen 18:30 an, er sei verspätet, und hatte nicht rechtzeitig sein Prepaid aufgeladen. Das könnte der Grund sein, weswegen er nicht wie verabredet um 18:00 da war. Zusammen gehen wir im kleinen Szechuan Restaurant gleich um die Ecke essen, und wiederum gefällt es mir ganz gut da. Ich werde wohl öfters da hingehen, und die knapp 3 Euro, die Cao für uns beide zusammen bezahlt, sind auch nicht die Welt. Im Studio warten Herr Wang und Frau Yang auf uns, und es ist mir immer noch nicht klar, ob die beiden noch verheiratet sind, oder nicht. Wir wundern uns gemeinsam über die Desorganisation der Universität, und ein Telefonat mit Terence klärt einiges: da ich Mittwoch unterrichten werde, hat die Uni mit den Studenten und Profs ein Meeting organisiert morgen, Dienstagabend. Somit kann mir noch rechtzeitig erzählt werden, wann und was ich tun soll! Ich beschliesse, mich zu entspannen und abzuwarten, und wir hören uns gemeinsam Aufnahmen von Cao Meng an, die allesamt nicht so gut klingen. Aber höflicherweise formulieren Herr Wang und ich nette Ratschläge, die Cao aber anscheinend nicht wardiert, denn er verteidigt munter seine Standpunkte. Herr Wang lässt Frau Yang zurück und Cao geht nach Hause. Wang fährt mich noch zur Zeng Guang Lu und setzt mich vor der Tür ab.
In der Wohnung stelle ich fest, dass schon einige Roaches krabbelnd auf dem Boden am Sterben sind – das ging schneller, als erwartet. Hoffentlich sind sie noch artig ins Nest zurückgelaufen und haben dort das Gift verbreitet.
Der WiFi-Moment dauert großzügig lange, aber eine freundschaftliche e-mail wird nicht mehr verschickt. Als ich schlafen gehe, fangen die Bauarbeiter wieder das Zementbohren an.
Sonntag, 18. November 2007
Sonntag, 18. November 2007
Wieder durch den Lärm der Hochhausbaustelle geweckt. Brot und Marmelade (!) zum Frühstück, beinahe wie in Europa! Ich nehme mir die Zeit, ordentlich aufzustehen, und gegen mittag kommt eine SMS von Sun, er sei zurück und würde bei mir vorbeikommen, um mit mir zur “Internetbar” zu gehen. Diese, so stellt sich heraus, befindet sich gleich um die Ecke, wo auch der Supermarkt ist. Durch eine unscheinbare Seitentür gehen wir in die erste Etage, wo ca. 300 Chinesen eng aufeinandergestapelt hinter Rechnern sitzen. Ein grosses Schild “Adults only” lässt mich merkwürdiges erwarten, jedoch steht gleich weiter eines mit “No pornographic website visits permitted”, also war die Aufregung umsonst. Ich schaue mir meine neuen mails an und versuche im selbsterlernten 10-Fingersystem so schnell wie möglich zurückzutippen, damit Sun neben mir nicht zu lange gelangweilt weiter sms-en muss. Als wir fertig sind werden wir wiederum durch den grinsenden Blick der Dame hinter der Kasse begleitet. Ihre Kollegin schaut auch, aber eher böse.
Sun meint, wir könnten ja nach Wangfujing gehen, und da mir das nichts sagt finde ich es eine gute Idee. Der über mein Unwissen erstaunte Sun murmelt noch, dass seine Freundin auch dort sei, und so machen wir uns auf zu meiner ersten Busfahrt in Beijing. Im Bus selber sitzt der menschgewordene Stoppknopf rechts vorne und schreit andauernd irgendwelche Sachen durch den Bus. Leider stehe ich neben ihm, und da ich eingeklemmt bin zwischen stinkenden Leuten kann ich mich nicht entfernen. Nach einiger Zeit kommen wir an der Metrohaltestelle Fuchengmen an, und ich bin den Genuss einer gastronomischen Reise reicher. In der subway, die seit September 3 Eurocent teurer geworden ist, fahren wir über Umsteigen in Fuxingmen (beachte die richtige Aussprache!) nach Wangfujing, dem westlich orientierten Shoppingparadies der Reichen und Expats. Dort wird in einem riesigen Foodcourt gegessen, und nachdem sie sich x-mal verlaufen hat, kommt auch Suns Freundin an und zusammen laufen wir draussen in der Kälte herum und schauen uns auf der breiten Fussgängerzone die vielen grossflächigen Bildschirme an den Gebäuden an, sowie einen touristischen Nachtmarkt, auf dem von Schmetterlingpuppenspiessen bis Seesternen alles mögliche gebraten wird. Das echte Beijing ist dies nicht, aber wir lassen die Expats gerne in ihrem Glauben und laufen wieder zurück, da der letzte Bus um 21:00 von Fuxingmen abfährt. Während der Fahrt stellt sich heraus, das Suns Freundin eigentlich ganz gut Englisch versteht “died yu find it delieschös?” und eine recht selbstkritische Komponistin ist “oh, I am veeery terrible!”. Sun überlässt es mir, dem menschgewordenen Stoppknopf bescheid zu sagen, wann ich aussteigen muss – quasi als Test – und zum Glück schaut dieser in meine Richtung während seines Schreirituals und begreift mein Handzeichen wohl, denn der Bus stoppt und ich steige aus.
Wieder in der Wohnung schaue ich mir während den kurzen WiFi-Momenten an, wie man möglichst gut und schnell Mr. Roach beseitigt und muss feststellen, dass ich meine Taktik ändern muss. Der Abend klingt aus mit CCTV 9 und ESPN, aber nachdem diese dasselbe zeigen wie heute morgen schalte ich auf eines der fürchterlichen Unterhaltungsprogramme Chinas, wobei als ethnic minority verkleidete Tänzer in Megaproduktionen zu Urwaldrythmen auf der Bühne herumrennen. As long as we are politically correct!
Sun meint, wir könnten ja nach Wangfujing gehen, und da mir das nichts sagt finde ich es eine gute Idee. Der über mein Unwissen erstaunte Sun murmelt noch, dass seine Freundin auch dort sei, und so machen wir uns auf zu meiner ersten Busfahrt in Beijing. Im Bus selber sitzt der menschgewordene Stoppknopf rechts vorne und schreit andauernd irgendwelche Sachen durch den Bus. Leider stehe ich neben ihm, und da ich eingeklemmt bin zwischen stinkenden Leuten kann ich mich nicht entfernen. Nach einiger Zeit kommen wir an der Metrohaltestelle Fuchengmen an, und ich bin den Genuss einer gastronomischen Reise reicher. In der subway, die seit September 3 Eurocent teurer geworden ist, fahren wir über Umsteigen in Fuxingmen (beachte die richtige Aussprache!) nach Wangfujing, dem westlich orientierten Shoppingparadies der Reichen und Expats. Dort wird in einem riesigen Foodcourt gegessen, und nachdem sie sich x-mal verlaufen hat, kommt auch Suns Freundin an und zusammen laufen wir draussen in der Kälte herum und schauen uns auf der breiten Fussgängerzone die vielen grossflächigen Bildschirme an den Gebäuden an, sowie einen touristischen Nachtmarkt, auf dem von Schmetterlingpuppenspiessen bis Seesternen alles mögliche gebraten wird. Das echte Beijing ist dies nicht, aber wir lassen die Expats gerne in ihrem Glauben und laufen wieder zurück, da der letzte Bus um 21:00 von Fuxingmen abfährt. Während der Fahrt stellt sich heraus, das Suns Freundin eigentlich ganz gut Englisch versteht “died yu find it delieschös?” und eine recht selbstkritische Komponistin ist “oh, I am veeery terrible!”. Sun überlässt es mir, dem menschgewordenen Stoppknopf bescheid zu sagen, wann ich aussteigen muss – quasi als Test – und zum Glück schaut dieser in meine Richtung während seines Schreirituals und begreift mein Handzeichen wohl, denn der Bus stoppt und ich steige aus.
Wieder in der Wohnung schaue ich mir während den kurzen WiFi-Momenten an, wie man möglichst gut und schnell Mr. Roach beseitigt und muss feststellen, dass ich meine Taktik ändern muss. Der Abend klingt aus mit CCTV 9 und ESPN, aber nachdem diese dasselbe zeigen wie heute morgen schalte ich auf eines der fürchterlichen Unterhaltungsprogramme Chinas, wobei als ethnic minority verkleidete Tänzer in Megaproduktionen zu Urwaldrythmen auf der Bühne herumrennen. As long as we are politically correct!
Samstag, 17. November 2007
Samstag, 17. November 2007
Erste Nacht in der neuen Wohnung überstanden, keine Angriffe von Mr. Roach. Als Dank dafür sprühe ich eifrig Pestizide, um zukünftigen Besuchen entgegenzuwirken. Nach Inspektion der Fallen stellt sich heraus, dass sich sogar ein paar Viecher dort verlaufen haben!
Ich beschliesse heute ein wenig die direkte Umgebung zu erkunden, vielleicht finde ich dann ja heraus, wo in Beijing ich mich eigentlich befinde. Bewaffnet mit dem Fotoapparat laufe ich die Strassen ab und mache Fotos der Strassennamen, die sich sonst keiner merken kann. Die pfannkuchenartigen Fladen, die ich mir als Frühstück gekauft habe, schmeckten anfangs wirklich gut, aber nach und nach macht sich ein leberartiger Geschmack bemerkbar der auf leeren Magen nicht so gut bekommt. In einer kleinen Seitenstrasse kaufe ich mir deswegen chinesische Donuts, begleitet von erstaunten und panischen Blicken der umherlaufenden Mitbürger. Die Strasse führt in einen wohl nicht für upperclass-Menschen vorgesehenen Strassenmarkt, weswegen ich meinen Weg weiter gehe in Richtung größerer Strassen.
Ein paar Ecken weiter erblicke ich eine Horde Menschen, die alle in eine Art Einkaufszentrum wandern, aus welchem laute Musik und Lärm strömen. Innen laufe ich durch ein riesiges vierstöckiges Rummelmarktgeschehen, in dem russische Wegweiser stehen und sowohl chinesische als englische Durchsagen erklingen. Jede Etage besitzt ein Thema, und so erstrecken sich über 5 Etagen Taschen, Elektronik, Schmuck und sonst noch was. Eine halbe Stunde genügt, und da ich plötzlich zwei Nichtchinesen begegne beschliesse ich, dass es Zeit ist, zu gehen.
Nach einiger Zeit merke ich, dass ich wohl in Gedanken eine Ecke weniger genommen habe als in Wirklichkeit, aber zum Glück erkenne ich einen Strassennamen und finde schnell wieder den Pfad heimwärts.
Abends ist es dann soweit! Zeit zum Essen, und da ich das Wort für Reis immer noch nicht gut aussprechen kann wird es nicht einfach werden. Ich werde darum, als Anfänger, in der Universitätskantine essen gehen. Dort angekommen grinsen mich die bedienenden Chinesinnen wiedererkennend an, und ein wildes Herumfächern der Finger mit fragendem Gesicht beantworte ich erfolgreich mit “yi” und Zeigefinger, wonach das Mädchen zufrieden wegrennt und ein anderes mir Tee und Menükarte hinknallt. Da sie erwartungsvoll wartet zeige ich ihr die Fotos der gewünschten Speisen und beantworte die Frage nach Reis mit Kopfnicken. Das Essen kommt, der Reis nicht. Das Nachfragen einer der Oberinnen nach Reis wird positiv beantwortet. Der Reis kommt nicht. Nachdem ich dann doch den Mut gefasst habe schaffe ich es, Reis zu bestellen. Und nach einiger Zeit kommt er!
Der kalte Weg zurück wird noch kurz erfreut durch einen schnellen Besuch eines Elektronikladens, wo wegen wenig Klientele die Mitarbeiter gelangweilt Fernsehserien schauen oder Gameboy spielen. Wieder draussen rennt Ida noch vorbei aber sieht mich wohl nicht. Zuhause schaue ich mir den auf DVD gepressten illegalen Mitschnitt einer Kinodarstellung von “The Queen” an. Nach einer letzten Inspektion der Verstecke von Mr. Roach gehe ich schlafen.
Ich beschliesse heute ein wenig die direkte Umgebung zu erkunden, vielleicht finde ich dann ja heraus, wo in Beijing ich mich eigentlich befinde. Bewaffnet mit dem Fotoapparat laufe ich die Strassen ab und mache Fotos der Strassennamen, die sich sonst keiner merken kann. Die pfannkuchenartigen Fladen, die ich mir als Frühstück gekauft habe, schmeckten anfangs wirklich gut, aber nach und nach macht sich ein leberartiger Geschmack bemerkbar der auf leeren Magen nicht so gut bekommt. In einer kleinen Seitenstrasse kaufe ich mir deswegen chinesische Donuts, begleitet von erstaunten und panischen Blicken der umherlaufenden Mitbürger. Die Strasse führt in einen wohl nicht für upperclass-Menschen vorgesehenen Strassenmarkt, weswegen ich meinen Weg weiter gehe in Richtung größerer Strassen.
Ein paar Ecken weiter erblicke ich eine Horde Menschen, die alle in eine Art Einkaufszentrum wandern, aus welchem laute Musik und Lärm strömen. Innen laufe ich durch ein riesiges vierstöckiges Rummelmarktgeschehen, in dem russische Wegweiser stehen und sowohl chinesische als englische Durchsagen erklingen. Jede Etage besitzt ein Thema, und so erstrecken sich über 5 Etagen Taschen, Elektronik, Schmuck und sonst noch was. Eine halbe Stunde genügt, und da ich plötzlich zwei Nichtchinesen begegne beschliesse ich, dass es Zeit ist, zu gehen.
Nach einiger Zeit merke ich, dass ich wohl in Gedanken eine Ecke weniger genommen habe als in Wirklichkeit, aber zum Glück erkenne ich einen Strassennamen und finde schnell wieder den Pfad heimwärts.
Abends ist es dann soweit! Zeit zum Essen, und da ich das Wort für Reis immer noch nicht gut aussprechen kann wird es nicht einfach werden. Ich werde darum, als Anfänger, in der Universitätskantine essen gehen. Dort angekommen grinsen mich die bedienenden Chinesinnen wiedererkennend an, und ein wildes Herumfächern der Finger mit fragendem Gesicht beantworte ich erfolgreich mit “yi” und Zeigefinger, wonach das Mädchen zufrieden wegrennt und ein anderes mir Tee und Menükarte hinknallt. Da sie erwartungsvoll wartet zeige ich ihr die Fotos der gewünschten Speisen und beantworte die Frage nach Reis mit Kopfnicken. Das Essen kommt, der Reis nicht. Das Nachfragen einer der Oberinnen nach Reis wird positiv beantwortet. Der Reis kommt nicht. Nachdem ich dann doch den Mut gefasst habe schaffe ich es, Reis zu bestellen. Und nach einiger Zeit kommt er!
Der kalte Weg zurück wird noch kurz erfreut durch einen schnellen Besuch eines Elektronikladens, wo wegen wenig Klientele die Mitarbeiter gelangweilt Fernsehserien schauen oder Gameboy spielen. Wieder draussen rennt Ida noch vorbei aber sieht mich wohl nicht. Zuhause schaue ich mir den auf DVD gepressten illegalen Mitschnitt einer Kinodarstellung von “The Queen” an. Nach einer letzten Inspektion der Verstecke von Mr. Roach gehe ich schlafen.
Mittwoch, 7. November 2007
Hong Kong Phil Live
Na een paar lastige begindagen met veel onduidelijkheden (...) vandaag 2e repetitiedag met het Hong Kong Philharmonic Orchestra en Edo de Waart in het Queen Elizabeth Stadium. Gevarieerd programma rondom klassieke muziekstukken welke in de japanse kinderserie Nodame Cantabile worden gebruikt. Van Beethoven tot Rachmaninov... De PA was te zwaar voor de trussen en men besloot daarom deze achter (!!) het podium te plaatsen. 80 microfoons, en gelukkig nog geen rondzingers gehad...
Freitag, 26. Oktober 2007
De Haske... no more
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