Morgens kriege ich eine sms, daß der Dirigent und Assistent des Blasorchesters mich zum Mittagessen treffen wollen, und zwar in der Nähe des Appartements. Ich spreche mit Shang Dan ab, daß wir uns am Supermarkt treffen und dann zusammen zum Restaurant laufen. Es stellt sich heraus, daß es ein traditionelles Beijing Restaurant ist, und ich bereite meinen Verdauungstrakt schon auf die Nudeln vor. Drinnen ist der Assistent schon anwesend und in recht beflissenem Englisch weist er uns auf die richtigen Stühle. Wir unterhalten uns ein wenig und kurz danach trifft der Dirigent ein, zusammen mit einem etwas schüchternen Jungen, der als der Translator vorgestellt wird. Ich sage Shang, daß sie wohl erneut gefeuert wurde, und sie schaut ein wenig traurig nickend in die Runde. Das Gespräch will sich nicht wirklich entwickeln, denn der Translator kann noch schlechter Englisch als Shang Dan und daneben spricht er so leise, daß selbst meine Musikerohren keinen blassen Schimmer haben von dem, was da gesprochen wird. Ich überreich die Partituren möglichst feierlich, und gleich wird gefragt, worüber die Stücke handeln. Der Translator begreift wirklich keinen Pfennig, denn er stellt diese Frage fünf mal, und dann noch so, alsob ICH nicht begreife, was er mich fragt. Idiot. Das ganze wird umrahmt durch viel Bier und gezeche, und Shang Dan ist so blöd um die Geschichte mit dem starken chinesischen Wein zu erzählen, woraufhin der Assistent gleich welchen holen will. Ich kann das zum Glück noch vermeiden, denn das Bier alleine hat schon Wirkung. Wir schliessen schließlich das ganze ab, in dem mir erneut und erneut gerade das Essen aufgetellert wird, was mir am wenigsten schmeckt, und danach werde ich noch Zuhause abgesetzt. In der Wohnung versuche ich, wieder nüchtern zu werden und als Terence zurückkommt mache ich mich auf, den Rest der Aufnahme fertig zu stellen für CCTV.
Nach einiger Zeit kommt Cao Meng vorbei, und nachdem die CDs fertig ist muß gegessen werden.Wir wollen das koreanische Restaurant gleich um die Ecke probieren, denn die Geschichte von Terence aus Korea – wo die einem die nackte Bedienung das Essen in den Mund schiebt – hat uns sehr fasziniert. Das Essen ist vorzüglich, und wir grillen drauf los daß es eine Lust ist. Die Serviererinnen sind zwar bekleidet, aber die vier Fleischteller werden geleert und alles andere, was auf dem Tisch steht, auch. Es hat uns 2,5 Stunden gekostet, und das Restaurant ist schon leer als wir uns vollgefressen auf den kurzen, kalten Nachhauseweg machen.
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