Das Hong Kong Chinese Orchestra probt in einem Saal bei ihrem Office im Sheung Wan Municipal Centre an der Queens Road Central. Der Taxifahrer ist behilflich beim Suchen und ich komme nur etwas zu spät an. Tiffany, die am vorigen Tag noch krähend am Telefon antwortete, fragt mich, ob ich Terence’s assistant sei, und bevor ich weiteres verhindern kann, bin ich degradiert. Zum Glück werde ich im Proberaum durch den Dirigenten vor dem Orchester als Partner von Terence vorgestellt, jedenfalls meine ich das aus spärlichem Kantonesisch und Handgebärden feststellen zu können. Die Proben sind sehr interessant und die Stück dieses Mal gut. Die beiden Dizi Solisten spielen auch sehr gut, und so ist die Probe keine Qual. Ich versuche noch, in der City Hall vorbeizugehen, jedoch krähen Tiffany und Ray, der zu junge, mit trendy Brille und nervigem Verhalten ausgestattete stagemanager, daß dies heute nicht möglich sei, denn der Saal sei vermietet. Daraufhin muß ich wohl etwas anderes tun, und ich nehme die MTR in Richtung Hotel und durchquere dabei ein wenig von Central sowie danach Wan Chai. Mein neues Zimmer ist da, und so auch das Gepäck. Ich lade alles ab und will wieder gehen, werde jedoch angerufen durch die Rezeption, wo denn meine Deposit sei. Ich muss schließlich runtergehen und sauge mir eine Geschichte aus den Fingern, man habe gestern mit mir alles mögliche abgesprochen, und ich hätte gar kein Problem nun Geld zu holen, es sei aber nicht abgesprochen gewesen. Die Managerin versucht anfangs noch, mich zu überreden, jedoch lächele ich kopfschüttelnd und wiederhole alles noch einmal. Dies scheint zu funktionieren, denn sie entschuldigt sich und meint, alles sei inordnung. Da ich im Zimmer angekommen wieder angerufen werde, ob denn Herr Cho nun das Zimmer mit mir teilt oder ein seperates braucht, denn es gäbe zwei Reservierungen, mache ich mich schnell auf zum verspäteten Mittagessen.
Ich gehe zu einem Restaurant, in dem ich vorher schon mal mit Terence gewesen bin. Es stellt sich heraus, daß dies direkt um die Ecke ist, und so erweitert sich mein Orientierungsbewusstsein. Der Ober stellt mir den lauwarmen obligatorischen Thee hin und fragt, was ich denn möchte. Natürlich sind alle Karten auf chinesisch, deswegen versuche ich, es ihm zu erklären.
Dirk: “Rice noodles with beef.”
Chinese: “Fried noodle??”
Dirk: “Rice noodles.”
Chinese: “Fried noodle??”
Dirk: “Rice noodles. With the dark sauce.”
Chinese: “Beef??”
Dirk: “Yes, with beef, please.”
Chinese: “Rice beef??”
Dirk: “No, no. Rice noodles, with beef. With the dark sauce.”
Chinese: “Fried noodle????”
Dirk: “No. Rice noodles!”
Chinese: “Rice noodle not together!!”
Dirk: “Not Rice and noodle. Rice noodles! With the dark sauce.”
Chinese: “Fried noodle???”
Dirk: “Yes, ok. With beef.”
Chinese: “Ok. With beef.”
Verstört rennt er weg, aber nachdem ich später ein ‘yin yeung’ bestelle fangen seine Augen an, zu strahlen, und bestätigt meine Wahl mit “Good! Take Shuwa!”. [...] “Shuwa!!”. Das süße, weiße Korn wird hereingerührt und danach ist der Ober mein neuer Freund.
Ich gehe zur MTR und fahre nach Mong Kok, laut Wikipedia das dichtbevölkertste Stück Land der Welt. In der Tat ist es alles recht gedrängt dort, und die vielen Neonlichter und –schilder müssen nachts beeindruckend sein. Ein hin- und her wird besiegelt durch den Kauf von Eiergebäck. Mit der MTR wird zurückgefahren und in Wan Chai zwei sehr illegal anmaßende CDs gekauft. Im Hotel warte ich ein wenig auf Terence, und nachdem ich in der Lobby den einzigen Fleck geortet habe, wo ich auf ein benachbartes Netzwerk gratis einloggen kann, kommen Terence und Selina an. Wir essen zusammen etwas, und danach trinken Terence und ich noch ein Bier im Zimmer.
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