Morgens früh klingelt der Wecker, und ich will nicht aufstehen. Es wird die Weckzeit verstellt und zu spät gehe ich duschen. Terence ruft an, ob ich schon aufgestanden sei, und da ich schon halb gekleidet bin kann ich es bestätigen. Zu dritt gehen wir frühstücken, Congee, heute mit dem,wie sich herausstellt, in Wirklichkeit frittierten Teig. Terence und ich machen uns auf, bei seinem Bruder die Aufnahmegeräte einzusammeln, und so wahr kommen wir pünktlich kurz nach 11 Uhr in der Hong Kong City Hall an. Der Taxifahrer hat sich zwar vertan, aber ganz so schlimm ist das Schleppen über den Parkplatz zum Backstage-eingang auch wieder nicht. Der stagemanager der City Hall philosophiert über die “Standardmikrofonaufstellung”, die sie hängen haben, und Terence versucht hinzubekommen, daß wir noch irgendetwas selber bestimmen können. Zum Glück ist der langhaarige Tonverantwortliche im Saal sehr hilfsbereit und fragt mich beim Mikrofonhängen und –positionieren sogar, ob “everything ok for you” ist. Es wird herumpositioniert, und ich bin zufrieden. Die Probe beginnt, und der Klang ist sogar akzeptabel. Die Di Zi Solisten kommen beide mal hören, und sind begeistert. “Thank you! Thank you!” ist das Resultat, und ein frohes Orchester ebenso. Es stellt sich heraus, daß der Dirigent mich gestern vorgestellt hat als der beste Tonmeister in Europa, der gerade aus Berlin zurückkommt von einer Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern. Terence meint “just always say yes” und ich verspreche es. Das abendliche Konzert gelingt wirklich gut, und wir werden eingeladen auf “Hot Pot” in der Jaffe Street, einem ziemlich miesen expat-Teil Hong Kongs, doch das Restaurant ist nur gefüllt mit Chinesen und das Essen schmeckt vortrefflich. Nachdem Terence ‘zufällig’ meinen Hang zu einer der Er Hu-Spielerinnen erzählt, werden stundenlag große Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. Wir werden sehen.
Nachdem alle ziemlich besoffen sind, und einer der Musiker stolz feststellt, ‘wenigstens könne der Ausländer trinken”, wird abgefahren und Terence und ich beim Hotel abgesetzt. Alle freuen sich auf die Konzerte in Beijing, denn sie sind das erste chinesische Orchester überhaupt daß im neuen Nationaltheater spielen wird. Terence meint noch, ich dürfe ihn auf keinen Fall wecken den nächsten Morgen, und wir gehen schlafen.
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